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Herbstdepression: Gibt es sie wirklich?

 

Die dunkle Jahreszeit soll Menschen müde und antriebslos machen. Stimmt das wirklich oder will man uns nur zur übereilten Flucht in den nächsten kostspieligen Urlaub treiben? Der Berater geht der Wahrheit auf den Grund.

Die Tage werden kürzer und dunkler, es regnet und stürmt und was das Schlimmste ist: Die Grill-Saison ist vorbei. Das kann einem schon mal schlechte Laune machen. Doch können die Umstände, dass der Lieblingssport im Freien nun ins Wasser fällt und dass man sein Steak jetzt aus der Pfanne essen muss, einen Mann wirklich in Depressionen stürzen? Ist die sogenannte Herbstdepression vielleicht nur eine Ausrede von Frauen für ihre dauerhaft schlechte Laune? Der Berater verrät, was dahinter steckt.

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Regen, Sturm, schlechte Laune: Gibt es die Herbstdepression wirklich?

Herbstdepression: die Ursachen

Nein, es ist keine faule Ausrede: Die Herbstdepression gibt es wirklich. Schuld ist - wie könnte es anders sein - die Evolution: Unser Körper bereitet sich zur dunklen Jahreszeit auf den Winterschlaf vor, obwohl der nie kommt. Verursacht wird dies von der Zirbeldrüse im Gehirn: Sobald unser Körper weniger Sonnenlicht ausgesetzt wird, produziert sie als Reaktion mehr von dem Hormon Melatonin. Dieses macht uns schläfrig und antriebslos. Zudem wird durch Mangel an Sonnenlicht im Körper weniger Serotonin ausgeschüttet - und ohne dieses Glückshormon sind wir natürlich anfälliger für eine Depression. In Deutschland ist jeder Vierte von diesem Phänomen betroffen.

Herbstdepression: die Symptome

Melatonin macht uns müde, zu wenig Serotonin macht uns traurig: Dies sind bereits die beiden Hauptsymptome der Herbstdepression. Im schlimmsten Fall kann das so weit gehen, dass man morgens nicht mehr aus dem Bett kommt und sich selbst sowie sein soziales Umfeld vernachlässigt. Der Unterschied zu einer normalen Depression besteht vor allem darin, dass Menschen, die unter der Herbstdepression leiden, einen Heißhunger auf Süßigkeiten und Kohlenhydrate entwickeln. Dies führt natürlich zu einer Gewichtszunahme. Zwei gute Nachrichten gibt es immerhin, liebe Männer: Zum Ersten sind von der Herbstdepression vier Mal mehr Frauen betroffen als Männer. Zum Zweiten: So hart die Herbstdepression Sie auch treffen mag - im Frühling ist sie definitiv wieder vorbei.

Herbstdepression: Was Sie dagegen tun können

Das Schlimmste, was Sie bei einer Herbstdepression tun können, ist, sich die ganze Zeit nahe dem Heizkörper vor dem Wetter zu verstecken. Ihr Körper braucht frische Luft und Bewegung, um zu merken, dass kein Winterschlaf in Sicht ist. Also, raus mit Ihnen! Und nein, der Weg im Dunkeln zur Arbeit und im Dunkeln von der Arbeit ist nicht ausreichend. Nutzen Sie Ihre Mittagspause und die Wochenenden. Nehmen Sie so viel Frischluft mit, wie es nur geht. Ansonsten helfen auch Sport und ausgedehnte Saunagänge. Ganz wichtig ist auch, sich selber eine Freude zu machen, um jedem Anzeichen von Depression vorzubeugen. Soll heißen: Gönnen Sie sich mal ein gutes Essen oder eine besondere Flasche Wein. Nehmen Sie sich ein paar Tage frei und entspannen. Und, falls Sie noch nicht von selbst drauf gekommen sind: Sex setzt sogar eine ganze Armada an Glückshormonen frei.

Lena Kluth
 

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