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Sexsomnia – die etwas andere Schlafstörung

 

Sie werden nachts plötzlich geweckt von ihrer Liebsten, die über Sie herfällt und nach allen Regeln der Kunst verführt. Und dann, am nächsten Morgen, wenn Sie sich augenzwinkernd für die letzte Nacht bedanken, erinnert sich ihre Freundin an nichts mehr. Das ist kein schlechter Scherz, sondern könnte dafür sprechen, dass sie unter Sexsomnia leidet. Der Berater hat die Fakten parat.

Hinter dem Begriff Sexsomnia verbirgt sich eine Parasomnie, das heißt eine Schlafstörung, die beim partiellen Erwachen oder im Schlafstadienwechsel eintritt. Sexsomnia äußert sich durch sexuelle nächtliche Aktivitäten während des Schlafes. Erstmals entdeckt wurde das Phänomen der Sexsomia 1996 vom kanadischen Schlafforscher Dr. Colin Shapiro, der in der Schlafklinik „Toronto Western Hospital" erstmals Patienten behandelte, die sich wegen unintendierten nächtlichen Sexattacken an ihn gewendet hatten. Es dauerte jedoch bis 2003, bis Shapiro erstmals Forschungsergebnisse zur Sexsomnia vorlegen konnte. Zwischenzeitlich hatte sich auch der Psychologe Michael Magan mit Sexsomnia-Patienten befasst, die er über eine eigens angelegte Website gefunden hatte.

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Sex im Schlaf: Klingt gut, ist für die Betroffenen aber meist ein großes Problem

Sexsomnia: Ursachenforschung

Die Ursache von Sexsomnia liegt im neurologischen Bereich. Man vermutet, dass Störungen der Hirnströme für Schlafstörungen verantwortlich sind. Ein möglicher Auslöser könnte dabei eine erhöhte Aktivität des Gyrus postcentralis sein, der sich auf die mechanische Wahrnehmung im Gehirn auswirkt. Unterstützt wird dieser Prozess noch von der Schlafphase, in der Sexsomnia auftritt. Denn in der Non-REM-Schlafphase werden per se Low-Level-Mechanismen (Vorgänge, die für uns selbstverständlich sind, wie zum Beispiel auf Toilette gehen, Essen und eben auch Sex) aktiviert. Verstärkt werden Effekte des Sexsomnias durch Drogen, Alkohol, Müdigkeit, Erschöpfung, psychologischen und/oder physiologischen Stress. Zu den Risikogruppen für Sexsomnia gehören Patienten, die ohnehin schon unter Schlafstörungen leiden und/oder in deren Familie vermehrt Schlafstörungen auftreten, aber auch Narkolepsie (Schlafdrang)-Patienten, Betroffene des Restless-Legs-Syndroms oder Männer, die unter schmerzhaften nächtlichen Dauererektionen leiden.

Sexsomnia: ein Fluch für die Patienten

Circa ein Prozent der Weltbevölkerung leidet unter der Schlafstörung Sexsomnia. Was die einen als Segen empfinden würden, ist für Sexsomnia-Betroffene ein Fluch. „Manche Menschen finden das Ganze vielleicht amüsant, aber in Wahrheit ist dieses unfreiwillige Sexgehabe für die Betroffenen peinlich, verstörend oder abstoßend“, berichtet Carlos Schenk, Mediziner vom Zentrum für Schlafstörungen in Minneapolis, in einem Fachartikel. Denn die nächtlichen Sexattacken finden statt, während der Sexsomnia-Patient nicht bei vollem Bewusstsein ist. Er kann weder steuern, was er tut, noch sich am nächsten Morgen an das Geschehene erinnern. Das heißt, die Betroffenen können auch nicht einschätzen, ob ihr Gegenüber bereit zum Sex ist und so kann es mitunter zu ungewollten Vergewaltigungen kommen. Allerdings muss sich Sexsomnia nicht immer durch ein Vollziehen des Geschlechtsaktes ausdrücken. Dirty Talk oder Masturbation während des Schlafes kann auch ein Zeichen sein. Vermuten Sie unter Sexsomnia zu leiden, dann ist es in jedem Fall wichtig, einen Arzt zu konsultieren und direkt mit Ihrem Verdacht zu konfrontieren, denn nur so kann Ihnen oder Ihrer Partnerin geholfen werden.

Lena Iker
 

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