Liebe existiert! Wissenschaftler haben nun Hirnregionen entdeckt, in denen sich dieses schönste aller Gefühle nachweisen lässt. Auch die Evolution beweist, dass das Prinzip Liebe funktioniert. Aber nur weil etwas existiert und funktioniert, ist es noch lange nicht einfach zu erklären, wie und warum. Das ist bei der Liebe nicht anders als bei „Germanys next Topmodel“ oder Gelee-Wodka-Shots. Es gibt aber zumindest ein paar Indikatoren, an denen man sich orientieren kann.
Die Wahrnehmung der Liebe hängt maßgeblich mit der Sozialisation zusammen. So sind für unsere Vorstellung dieses Gefühls vor allem Walt Disney und Jesus Christus verantwortlich: Beide predigen die Monogamie, von Walt Disney haben wir den bunten Zauber der erkämpften Liebe, von Jesus das stille Ertragen des Leides, falls die langjährige Partnerschaft irgendwann dem Weg zur Kreuzigung gleicht. Wären wir in Tibet aufgewachsen, wäre es normal, dass wir unsere einzige Ehefrau mit unseren Brüdern teilen würden. Wären wir reiche Scheichs müssten sich die verschiedenen Jasmins um uns streiten. In unserer Gesellschaft tragen deshalb besonders Werte wie Treue und Verlässlichkeit zum Empfinden von wahrer Liebe bei.
Wenn Sie sich mit Ihrer Partnerin mehr erhoffen, als nur am Wochenende eine neue Sexstellung auszuprobieren, ist auch das ein großer Schritt in Richtung wahrer Liebe. Wenn Sie gemeinsame, langfristige Zukunftspläne haben und auch darüber sprechen, beweisen Sie sich gegenseitig zwei Dinge: erstens, dass die Kommunikation stimmt, und zweitens, dass Sie beide es ernst meinen. Der Klassiker für eine gemeinsame Zukunftsplanung ist das Erschaffen gemeinsamer Kinder – dafür dürfen Sie dann auch gerne die neue Sextechnik ausprobieren.
Bei einer Liebeserklärung kommt nach den magischen drei Worten idealerweise ein Punkt – oder noch ganz viel anderes schönes Zeug. Ein schlechtes Zeichen ist, wenn nach dem „Ich liebe Dich“, noch ein „aber...“ kommt. Nur wenn Sie Ihre Partnerin mit all ihren Macken akzeptieren, ist es wirklich Liebe.
„Liebe besteht nicht darin, dass man einander anschaut, sondern, dass man gemeinsam in dieselbe Richtung blickt“, hat der französische Schriftsteller Saint-Exupéry mal gesagt. Er meinte damit allerdings nicht, dass wer sich wirklich liebt, nur noch Sex in der Hündchenstellung hat, sondern, dass es bei wahrer Liebe um ein gemeinsames Arbeiten an etwas geht – nicht nur an der Zukunft, sondern in jedem Moment des gemeinsamen Alltags. Die Beziehung wird quasi zu mehr, als nur der Summe der liebenden Personen. Sie entkoppelt sich und entwickelt ein Eigenleben. Wenn Sie bereit sind dieses Eigenleben gemeinsam zu pflegen, indem Sie sich mit Ihrer Partnerin Zeit dafür nehmen und Arbeit investieren, dann ist das ein Zeichen für wahre Liebe.
Am Anfang war alles anders. Aber das ist ja bei allem so, sonst würde ja gar nichts voran gehen. So ist auch das Sich-gehen-lassen-können ein Zeichen wahrer Liebe. Damit ist nicht gemeint, dass man sich selbst so lange gehen lassen soll, bis einem die Wampe platzt, sondern, dass man sich beim Anderen entspannen kann. Zum Beispiel, dass Sie sich auch ungestylt mit Ihrer Partnerin treffen können, ohne an Verlustängsten zu leiden. Das schafft Vertrauen und Energie für andere Projekte. Aber bitte übertreiben Sie es nicht!
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