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Die Missionarsstellung: Sexpraktik mit Hindernissen

 

Die Missionarsstellung hat den schlechten Ruf, langweilig zu sein. Zugegeben: Wenn das Repertoire nicht darüber hinaus geht, wird es das auch. Denn dass Ihre Partnerin bei der Missionarsstellung zum Orgasmus kommt, ist recht unwahrscheinlich. Trotzdem ist diese Sexpraktik als Einstieg vollkommen okay.

Die Missionarsstellung: Es gilt als verbürgt, dass Menschen schon seit Jahrtausenden in dieser Position Liebe machen. Stellt sich die Frage: Woher hat die Missionarsstellung ihren Namen? Angeblich prägten christliche Missionare diese Bezeichnung. Sie waren im Südpazifik unterwegs und stellten fest: Sex funktioniert dort anders als in Europa. Es ging nämlich aufregend wild zur Sache. Die Missionare waren geschockt und missionierten übereifrig nicht nur den Glauben, sondern gleich noch das Liebesleben. Ab sofort galt: Der Mann muss hoch, die Frau liegt unten und spreizt die Beine. Soweit ist die Namensgebung der Missionarsstellung durch den polnischen Anthropologen Bronislaw Malinowski überliefert.

missionarsstellung.jpg
Missionarsstellung: Mission Impossible in puncto weiblicher Orgasmus

Voller Rätsel: Die Geschichte der Missionarsstellung

Was der Wissenschaftler aber für sich behielt, sind die wirklich spannenden Fragen. Erstens: Wie genau haben die dienstbeflissenen Missionare festgestellt, dass der Sex bei den Eingeborenen spannender ist, als der bei ihnen daheim? Waren die Kirchen-Männer Voyeure? Zweitens: Wie haben die Missionare die sexuelle Bekehrung praktiziert? Nur in der Theorie? Oder auch in der Praxis? Drittens: Wie viele Missionare sind vom Glauben abgefallen, nachdem sie gesehen haben, wie viel Spaß Sex ohne Missionarsstellung machen kann?

Die Vorteile der Missionarsstellung

Ein Vorteil der Missionarsstellung liegt auf der Hand: Man kann seinen Partner ansehen. Wissenschaftler vermuten, dass Menschen die Missionarsstellung deshalb so mögen. Denn sogar, wenn wir keinen Sex haben, mögen wir es, andere anzusehen. Voraussetzung dafür, dass Sie diesen Vorteil der Missionarsstellung erleben können, ist natürlich, dass Sie das Licht anlassen, vor Einruch der Dunkelheit zur Sache kommen oder zumindest Kerzen vorrätig haben. Übrigens: Neben dem freien Willen ist die Missionarsstellung eines der Dinge, die Mensch und Tier voneinander unterscheidet. Tiere können sich beim Akt nicht ansehen.

Die Nachteile der Missionarsstellung

So schön es auch ist, den Partner beim Sex zu sehen – das reicht oft nicht. Schon gar nicht für einen weiblichen Orgasmus. Das ist der gewichtigste Nachteil der Missionsstellung. Denn in der Missionsstellung wird die Klitoris nicht ausreichend stimuliert. Außerdem ist die Bewegungsfreiheit der Frau enorm eingeschränkt. Sie liegt halt da. Alles, was sie tun kann: Abwarten und die Zimmerdecke nach Spinnweben absuchen. Auch nicht von der Hand zu weisen ist Nachteil Nummer zwei: Die Forschung hat ans Licht gebracht, dass es für Männer in der Missionarsstellung sehr schwierig ist, ihre Ejakulation zu kontrollieren. Denn in der aufgestützten Position sind die Muskeln zwangsläufig angespannt. Dadurch kommt es häufiger zum vorzeitigen Samenerguss als sonst. Überlegen Sie sich also gut, wie lange Sie in der Missionsstellung bleiben.

Anne Lehwald
 

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