Der Erfinder des Coitus Interruptus ist höchstwahrscheinlich ein Mann. Denn Jahre lang, ja sogar Jahrhunderte lang haben Männer ihren Frauen beim Sex erzählt: „Kurz bevor ich komme, ziehe ich ihn raus. Da passiert schon nichts.“ Soweit die Legende.
Zum Coitus Interruptus kommt es meist, wenn keine Kondome zur Hand sind und die Frau nicht die Pille nimmt oder anders verhütet. Vor dem Akt - meist ist Alkohol im Spiel - verspricht der Mann, er habe seine Ejakulation unter Kontrolle. Sobald er seinen Orgasmus kommen fühle, so verspricht der Mann, wird er den Akt abbrechen. Sprich: Er zieht „ihn“ raus und sich zurück.
Mal abgesehen davon, dass der Coitus Interruptus nicht sonderlich viel Spaß macht, ist er die unsicherste Verhütungsmethode der Welt. Dafür gibt es drei Gründe: Erstens: Männer neigen zur Selbstüberschätzung: Nicht jeder Mann, der behauptet, seine Ejakulation kontrollieren zu können, kann es tatsächlich, wenn es drauf ankommt. Zweitens: Beim Sex ist das Blut nicht im Gehirn: Deshalb vergessen einige Männer im Eifer des Gefechts ihr großes Versprechen. Drittens: Schwangerschaft auch ohne Ejakulation: Selbst, wenn der Mann beim Liebesspiel kurz vorm Höhepunkt abbricht, ist es schon zu spät. Denn das Sekret, das vor der eigentlichen Ejakulation ausgeschieden wird, enthält auch schon Spermien. Im Biologie-Unterricht warnte der Lehrer vor dem "Lusttropfen". Zudem schützt ein vorzeitiges Abbrechen natürlich nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten. Deshalb: Nach der Party schnell zur Tankstelle und Kondome kaufen. Dann ist der Coitus Interruptus gar nicht nötig.
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