Eigentlich mögen wir Pornografie. Sie hat dazu geführt, dass offener über Sex geredet wird, und gezeigt, dass es mehr gibt als das reine Rein und Raus in Missionarsstellung. Trotzdem oder gerade weil es bei Pornografie um die schönste Sache der Welt geht, wird immer öfter auf mögliche Suchtgefahren hingewiesen. Anders als die Sexsucht, ist die Pornografiesucht aber noch nicht wissenschaftlich anerkannt. Das liegt auch daran, dass die Forschung zur Pornografiesucht in den USA von religiös motivierten Organisationen und umstrittenen Wissenschaftlern wie dem Psychoanalytiker Victor B. Cline vorangetrieben wird. Dennoch tauchen in der Diskussion über Pornografiesucht und den Berichten von Betroffenen immer wieder die gleichen Symptome auf. Wir haben die bekanntesten zusammengefasst.
Wenn man Pornografie mit Drogen vergleicht, kann man sich durchaus vorstellen, das dabei ein gewisses Suchtpotential besteht. Denn Pornografie führt in Verbindung mit Selbstbefriedigung zur Ausschüttung von körpereigenen Drogen wie Endorphinen und Adrenalin und das kann süchtig machen. Hinzu kommt, dass Pornografie durch das Internet überall und jederzeit frei und anonym verfügbar ist. Wenn man, zum Beispiel im Urlaub keine Internetverbindung hat, keine Pornos sehen kann und das Gefühl bekommt, dass dadurch ein Mangel entsteht, könnte das ein erster Hinweis auf eine Pornografiesucht sein. Deutlicher wird es, wenn sich die Abstände zwischen dem Pornokonsum immer mehr verkürzen. Wenn schließlich noch Entzugserscheinungen hinzukommen, angefangen bei schlechter Laune bis hin zu Schlafstörungen, sollte man sich ernsthaft Gedanken machen.
Bei vielen Drogen gewöhnt sich der Körper allmählich an den künstlich erzeugten Hormonschub und die Droge verliert an Wirkung. In der Folge muss man die Dosis immer mehr erhöhen. Bei Pornos kann das bedeuten, dass die Hemmschwelle sinkt und man zu immer expliziteren Darstellungen greifen muss, um sexuell erregt zu werden. Das kann in Einzelfällen bis hin zu Vergewaltigunsfantasien und Kinderpornografie gehen.
Fatal wird es, wenn im Gehirn die Fixierung auf Pornos so stark wird, dass man bei richtigem Sex keine Erregung mehr verspürt. Spätestens dann hilft nur noch der Gang zum Psychologen oder man wendet sich an eine der verschiedenen Suchthilfen, die es inzwischen in den meisten deutschen Städten gibt.
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