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Sexsomnie: Die schönste Form des Schlafwandelns

 

Wenn schon eine Schlafstörung, dann doch bitte diese: Wer unter Sexsomnie leidet, hat Sex im Schlaf. Klingt toll - kann aber auch nerven.

Wenn von Sexsomnie betroffene Menschen schildern, was sie so erleben, liest sich das bisweilen wie das hanebüchene Drehbuch eines zweitklassigen Erotikfilms. Da ist von einer jungen Frau die Rede, die ihren Verlobten regelmäßig dadurch um den Schlaf bringt, dass sie mitten in der Nacht anfängt zu masturbieren und dabei lustvoll zu stöhnen. An anderer Stelle liest man von einem Mann, der seiner Ehefrau seit Jahren die Nachtruhe vermiest, weil er ihr beinahe jede Nacht zwischen drei und fünf Uhr morgens vehement an die Wäsche will. Was die beiden gemeinsam haben: Am nächsten Morgen können sie sich nicht an die erotischen Eskapaden der vergangenen Nacht erinnern. Der Grund: Während ihr Körper aktiv war, schlief ihr Gehirn weiter. Sie hatten Sex im Schlaf.

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Sexsomnie: Der Beischlaf im Tiefschlaf ist überraschend weit verbreitet

Sexsomnie: Vor allem Männer werden nachts gerne aktiv

Als hin und wieder auftretendes Phänomen ist Sexsomnie schon seit langem bekannt. Wie verbreitet diese Schlafstörung aber tatsächlich ist, fanden kanadische Wissenschaftler erst Anfang 2010 heraus. Sie befragten 832 Patienten, die sich wegen Schlafstörungen behandeln ließen. Das Ergebnis: Acht Prozent der Befragten hatten schon einmal Erfahrungen mit Sex im Schlaf gemacht. Vor allem Männer scheinen nachts ganz gerne mal aktiv zu werden: Etwa jeder Zehnte gab an, schon einmal von Sexsomnie betroffen gewesen zu sein. Bei den Frauen war es nur etwa jede Zwanzigste.

Sexsomnie: Mehr Last als Lust

Zwar gibt es vereinzelt Paare, die den Beischlaf im Tiefschlaf als höchst angenehm empfinden, in der Regel führen die nächtlichen Lust-Attacken allerdings zu Streit im Bett. Wenn sich die Freundin schlafestrunken in Ekstase masturbiert, mag das ja durchaus mal erlebenswert sein. Aber jede Nacht? Besonders unschön kann die Sache mit der Sexsomnie dann werden, wenn der Betroffene im Liebesrausch gewalttätig wird oder sich an jemandem vergreift, mit dem er im Wachzustand keine intimen Beziehungen pflegt. Es gibt dokumentierte Fälle, in denen Männer, die wegen sexueller Belästigung angezeigt wurden, aussagten, sich nicht an den Vorfall erinnern zu können, da sie geschlafen hätten. Sexsomnie oder faule Ausrede? Zum Glück müssen wir das nicht entscheiden.

Alexander Neumann
 

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