Sehr schnell hatten die Menschen begriffen, wo die Babys herkommen und das man etwas tun sollte, um unfreiwillige Schwangerschaften zu verhindern. Viele Kulturen waren da sehr erfinderisch. Oft hielten diese Verhütungsmethoden allerdings nicht, was sie versprachen.
Hier galt das Diaphragma-Prinzip. Den Spermien sollte der Eingang in die Gebärmutter durch Mullbinden versperrt werden, die mit einem Gemisch aus Honig und Akazienblättern bestrichen waren. Wie klebrig sich das angefühlt haben muss, ist nicht überliefert. Noch abenteuerlicher scheint die Idee, eine halbe Zitrone vor den Muttermund zu schieben. Wer schon einmal auf eine Zitrone gebissen hat, kann sich vorstellen, wie die Säure im Innersten der Frau gebrannt haben muss.
Weniger das Gefühl, sondern der Geruch muss bei dieser Methode das Problem gewesen sein: Manch eine Frau soll sich getrockneten Krokodilskot in die intimste Gegend gesteckt haben. Allein bei der Vorstellung meldet sich der erste Würgereiz. Aber das war noch nicht alles!
Der weise Philosoph Aristoteles überlieferte eine sehr unweise Verhütungsmethode: Die Frauen rieben sich unten rum mit Bleisalbe ein. Diese war jedoch hochgiftig, so dass eine ungewollte Schwangerschaft wohl das kleinste Problem darstellte. Da ist doch eher die Weihrauch-Olivenöl-Paste zu empfehlen. Besonders effektiv waren beide nicht.
Der Aberglaube hatte im Mittelalter Hochkonjunktur. Kot spielte bei der Verhütung ebenso eine Rolle wie im alten Ägypten, doch steckte Frau ihn nicht in die Liebeshöhle, sondern hängte ihn um den Hals. Hasenkot sollte scheinbar zu emsige Liebesgeister vertreiben. Außerdem sollte Frau ein Gemisch aus gebratenen Kaulquappen zu sich nehmen. Während der Effekt dieser Schwangerschaftsverhütung bei Null liegt, hat sich der Würgereiz aber bestimmt um das Dreifache gesteigert.
Zu allen Zeiten wusste man: Die Spermien des Mannes sollte nicht in die Frau gelangen. Um das zu verhindern, kamen viele Kulturen dem System des heutigen Kondoms sehr nahe. Merkwürdig muten nur die Dinge an, die dafür verwendet wurden. Schafsdärme und Kuhhäute sind nichts gegen Fischblasen oder Stroh. Wenn vorhanden wurden auch Palmblätter genutzt – mit einer fragwürdigen Wirksamkeit. Wenn Sie mal wieder fluchend mit einem Latex-Verhüterli hantieren, sollten Sie sich daran erinnern, dass uns das oft ungeliebte Kondom so viel Spaß ohne Reue ermöglicht.
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