Jeden Tag eine Tablette einnehmen und unbekümmert Sex haben, das funktioniert bei Millionen Frauen auf der Welt – aber wie steht es eigentlich um die Pille für den Mann? Immer wieder soll es sie geben, dann wieder doch nicht. Dabei wären viele Männer dazu bereit, das Thema Verhütung nicht allein der Frau zu überlassen. Und Kondome? Sind auf Dauer doch irgendwie indiskutabel.
Zunächst einmal: Bei der Pille für den Mann handelt es sich zwar um ein hormonelles Präparat, eine Pille wird trotzdem nicht eingenommen. Der umgangssprachliche Ausdruck leitet sich von der Antibabypille ab, dem populärsten Verhütungsmittel der Welt, bei dem der Eisprung der Frau verhindert wird. Der Mann würde bei einer hormonellen Verhütungsmethode ein Stäbchen in den Oberarm eingepflanzt bekommen, wo das Hormon Etonogestrel freigesetzt wird. Es bewirkt, dass der Mann für die Zeit der Therapie zeugungsunfähig ist, indem die Spermienproduktion reduziert wird. Zusätzlich müsste der Mann alle drei Monate eine Spritze bekommen.
Das Pharmaunternehmen Bayer Shering hat die Pille für den Mann lange Zeit erforscht und getestet. Vor etwa vier Jahren wurde das Projekt dann eingestellt. „Die Wirkung war gut, auch die Nebenwirkungen waren vertretbar. Wir haben gezeigt, dass hormonelle Verhütung für den Mann funktioniert. Jedoch war die so genannte Pille für den Mann verbraucherunfreundlich. Einmal im Jahr das Implantat in den Oberarm, alle drei Monate eine Spritze: Viele Männer wären dazu nicht bereit gewesen“, erklärt Astrid Kranz von Bayer Shering. Derzeit forscht die Weltgesundheitsorganisation über die Pille für den Mann. Ob und wann ein massentaugliches Präparat auf den Markt kommt, ist derzeit aber unklar.
Der britische Journalist Clint Witchalls testete für eine Studie die Pille für den Mann. Über seine Erfahrungen schrieb er das Buch "Die Pille und ich". Darin beschreibt Witchalls das größte Problem mit der Pille für den Mann: ständige Stimmungsschwankungen. Denn das Implantat reduziert die Produktion von Testosteron so stark, dass der Mann alle drei Monate eine Testosteron-Spritze braucht. Witchalls beschreibt in einem Interview mit der Welt: „Mein Leben gliederte sich in Phasen. Wenn ich gerade Testosteron gespritzt bekommen habe, war ich mutig, aggressiv, voller Energie – und vor allem immer scharf auf Sex. Ich konnte kaum mehr Zeitung lesen, dafür aber unglaublich viel essen – ohne abzunehmen. In den Phasen vor der Spritze war ich unsicher, anhänglich und introvertiert."
Studien haben nicht nur gezeigt, dass viele Männer zu hormoneller Verhütung bereit wären. Es wurde zudem nachgewiesen, dass auch jene Testteilnehmer starke Stimmungsschwankungen feststellten, die Placebos einnahmen. Vielleicht haben also doch mehr Männer Probleme mit dem Gedanken, für eine bestimmte Zeit unfruchtbar zu sein. Denn der Körper des Mannes braucht nach Absetzung der hormonellen Therapie drei Monate, bis er wieder zeugungsfähig ist – verständlich, dass das auf manchen Mann beängstigend wirkt. Die Pille für den Mann – eine interessante Idee, die vielleicht eines Tages das Liebesleben vieler verändern wird.
Weitere Online-Angebote von Hubert Burda Media
AMICA . BUNTE . CINEMA . ELLE . FIT FOR FUN . FOCUS Online . Freundin . Guter Rat
Haus+Garten . Hubert Burda Media . HolidayCheck . Lust auf Genuss
MAX . Playboy . Playmate Casting . Mein schöner Garten . Mein Youngtimer
Super Illu . TV Spielfilm . TV Today . sevenload