Beim Schutz geht es natürlich vor allem darum, eine ungewollte Schwangerschaft zu verhindern. Doch Vorsicht: Safer Sex heißt auch, sich vor der Übertragung von Geschlechtskrankheiten wie HIV (Humane Immundefizienz-Virus) zu schützen. Entscheidend ist, dass zwischen den Sexpartnern keine Körperflüssigkeiten wie Sperma oder Blut ausgetauscht werden.
Am sichersten ist das Kondom. Es schützt gleich in doppelter Hinsicht. Bei richtiger Anwendung - das Kondom sollte nicht reißen oder abrutschen - verhindert es eine Schwangerschaft und gleichzeitig die Übertragung von Geschlechtskrankheiten. Auch ein Vorteil: Kondome sind leicht im Supermarkt zu bekommen und nicht teuer. Außerdem hat der Mann so die Verhütung selbst im Griff.
Die Antibabypille gibt es etwa seit dem Jahre 1960. Sie ist das von Frauen am häufigsten verwendete Verhütungsmittel und wird laut aktuellen Umfragen von etwa 55 Prozent verwendet. Das Hormonpräparat steuert die weiblichen Hormone Gestagen und Östrogen und unterdrückt so den Eisprung der Frau. Somit ist die Pille eine der sichersten Methoden zur Verhütung. Sie kostet zwischen fünf und siebzehn Euro pro Monat und muss täglich eingenommen werden.
Die Minipille funktioniert ähnlich wie die Antibabypille. Auch sie muss täglich von der Frau eingenommen werden. Dabei enthält die Minipille keine Östrogene sondern nur Gestagene. Das niedrig dosierte Hormon verdickt den Schleim im Gebärmutterhals. Das verhindert, dass Spermien in die Gebärmutter gelangen und die Eizelle befruchten. Die Minipille nehmen vor allem Frauen ein, die keine Östrogene zuführen sollen, weil beispielsweise das Risiko von östrogenabhängigen Tumoren und Krebserkrankungen oder Infarkten besteht.
Frauen, die die Pille gerne vergessen einzunehmen, verwenden häufig den Verhütungsring. Der flexible Vaginalring muss nur einmal im Monat eingeführt und gewechselt werden. Er ist fast so sicher wie die Pille. Kleines Problem: Er könnte beim Sex stören.
Die Spirale ist neben der Pille und dem Kondom das am häufigsten verwendete Verhütungsmittel. Der kleine, teilweise mit Kupfer umwickelte Plastikkörper wird vom Frauenarzt in die Gebärmutter der Frau eingesetzt. Dort hemmt er die Einnistung der Spermien in die Eizelle. Vorteil: Die Spirale kann drei bis fünf Jahre in der Gebärmutter bleiben. Nachteil: Manche Frauen leiden unter stärkeren Menstruationsblutungen. In seltenen Fällen kann die Spirale zu Gebärmutterentzündungen und zur Unfruchtbarkeit führen. Übrigens: Es gibt auch Hormonspiralen. Sie sind aus flexiblem Kunststoff und wirken über die Abgabe des Hormons Gestagen. Dabei verhindern sie den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut, was bewirkt, dass die Spermien nur schwer zur Eizelle gelangen. Außerdem vermindert die Hormonspirale mitunter die Periode der Frau.
Auch ein Diaphragma muss vom Frauenarzt angepasst werden. Es wird exakt über dem Muttermund eingesetzt und verhindert dort, dass Spermien in die Gebärmutter eindringen. Die Verhütung ist hormonfrei, jedoch vergleichsweise unsicher, da die Gummikappe verrutschen kann und dann kein Schutz mehr gewährleistet ist.
Achtung: Wenn Ihnen die Frau beim Sex verklickern will, dass ihr Pflaster am Oberarm eine Schwangerschaft verhindert, können Sie das durchaus glauben. Das sogenannte hormonhaltige Verhütungspflaster ist durchaus sicher, es wirkt eine Woche und muss dann gewechselt werden.
Vorsicht ist dagegen geboten, wenn Ihnen die Frau was von Billing oder Ogino erzählt. Die sogenannte Kalender- oder Knaus-Ogino-, die Billings- oder Temperatur-Methode sowie der sogenannte Babycomputer verhüten nicht wirklich sicher. Bei all diesen Methoden muss die Frau genau auf ihren Körper schauen. Grob geht es darum, über Indikatoren wie die Körpertemperatur oder den Menstruationszyklus die fruchtbare Zyklusphase zu bestimmen, um so eine Schwangerschaft bestmöglich ausschließen zu können. Deshalb kommen diese Verhütungsmittel eigentlich auch nur für Frauen mit regelmäßigem Zyklus und Tagesablauf und viel Disziplin in Frage.
Haben Sie endgültig mit Ihrer Familienplanung abgeschlossen, können Sie durchaus über eine dauerhafte Verhütungsmethode nachdenken. Eine Sterilisation kann vom Arzt sowohl bei Mann als auch bei Frau vorgenommen werden. In beiden Fällen muss sie über eine Operation erfolgen, sie ist nicht ganz günstig und führt tatsächlich zur endgültigen Unfruchtbarkeit!
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