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Bisexualität: Was steckt wirklich dahinter?

 

Jeder Zweite hatte schon einmal gleichgeschlechtliche Phantasien. Doch ist man deshalb schon bisexuell? Der Berater schafft Klarheit übers Tabuthema Bisexualität.

Während Homosexualität längst zum Alltag gehört, scheint Bisexualität irgendwie nicht zu existieren. Wenn doch, so erregt sie Aufmerksamkeit, man denke nur an den schon fast legendären Kuss zwischen Madonna und Britney Spears. Handelt es sich um Promis, so können sie sich des Medieninteresses gewiss sein. Ansonsten erwartet man eine klare Stellungnahme: entweder homo oder hetero.

Bisexualität.jpg
Bisexualität ist nach wie vor ein Tabuthema

Bisexualität: eine Zeit der Orientierung?

Bisexualität wird häufig als Orientierungsphase beschrieben, in der sich die Betroffenen zwischen Hetero- und Homosexualität hin und her gerissen fühlen. Andere Studien hingegen belegen, dass Bisexualität eine eigenständige sexuelle Orientierung ist. Eine Langzeitstudie der University of Utah ergab, dass sich nach zehn Jahren an der Einstellung der Probanden, die sich anfangs als bisexuell beschrieben hatten, bis zum Ende der Studie zehn Jahre später nichts geändert hat. Das Sexualpädagogische Zentrum der Fachhochschule Merseburg vertritt die These, dass Bisexualität nicht endgültig ist und in einer anderen Lebensphase die sexuelle Orientierung wieder neu definiert werden kann.

Bisexualität: verkappte Homosexualität?

Manche Forscher gehen davon aus, dass die Betroffenen homosexuell sind, dies aber aufgrund des gesellschaftlichen Drucks nicht zugeben können. Sie fühlen sich schon fast dazu gezwungen, das andere Geschlecht attraktiv zu finden. Eine kanadische Studie, die 2005 in "Psychological Science" veröffentlicht wurde, kommt zu dem Ergebnis, Bisexualität sei eine Kopfsache. Sigmund Freud vertrat die These, dass jeder Mensch von Haus aus bisexuell ist. Gesellschaftliche Tabus führten aber dazu, dass der homosexuelle Anteil unterdrückt werde.

Bisexualität: Alles ist denkbar!

Es scheint, als wäre eine eindeutige Definition kaum möglich. Doch es gibt einen Unterschied zwischen den Geschlechtern: Bei Frauen findet das gleichgeschlechtliche Begehren eher im Kopf statt, bei Männern in der Realität. Doch wie auch immer, halten wir es doch mit André Heller, der schon 1976 in seinem Lied "Denn ich will" alle denkbaren Varianten der Liebe gut geheißen hat: "Ja ich will, dass es das alles gibt, was es gibt". Alles ist erlaubt. Hauptsache man liebt überhaupt, egal ob Männlein, Weiblein oder beide...

Peter Henning
 

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