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Koro – die Angst, dass der Penis verschwindet

 

Andere Länder, andere Sitten. In Asien ist der Berater auf ein eigentümliches Krankheitsbild gestoßen: Koro – die Angst, dass der Penis nach innen wächst. Sie glauben, das geht doch gar nicht? Der Berater weiß mehr.

Wenn Michael Jackson sich bei Billy Jean in den Schritt gefasst hat, dann war das bestimmt alles – vom sexuellen Statement bis zur provokativen Geste –, aber ganz sicher nicht Angst. Wie der Berater auf Angst kommt? Nun ja, in asiatischen Ländern greifen sich die Herren nicht immer in den Schritt, weil Sie Michael Jackson Fans sind, sondern wegen einer Angststörung namens Koro. Asiatische Männer fürchten nämlich, ihr Penis könne nach innen wachsen.

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Koro: Wenn der Penis in die falsche Richtung wächst

Koro ist eine kulturelle Angststörung

Klingt komisch, ist aber so. In Asien gibt es tatsächlich eine kulturelle Angststörung, die sich Koro nennt. Wer unter Koro leidet, der fürchtet, sein Penis wachse nach innen und das führe über kurz oder lang zum Tod. Begleitet wird diese Angst von Kälteschauern, Blässe und unkontrolliertem Schwitzen – klare Anzeichen für pure Angst. Dazu kommt ein sich immer wiederholendes Greifen in den Schritt – klar, um zu überprüfen, ob noch alles da ist. Und weil es den ängstlichen asiatischen Männern nicht reicht, einfach mal nachzufühlen, beschweren Sie ihren Penis mit Gewichten, um das nach innen wachsen zu vermeiden. Das klingt nicht nur schmerzhaft, sondern ist auch gefährlich. Denn das Behängen des Penis mit Gewichten kann zur schweren und vor allem schmerzhaften Schäden führen. Eine weitere, deutlich gesündere und schmerzfreiere Methode sind spezielle Massagen, durch die der Penis, da bleiben soll, wo er hingehört.

Koro: vom Schauermärchen zur Epidemie

Sie bekommen auch langsam Angst? Keine Panik – Sie können weder von Ihrem Penis dahingerafft werden, noch kann sich Ihr bestes Stück irgendwann nach innen ziehen. Also: Entwarnung! Dass Koro trotzdem in asiatischen Ländern, allen voran Indonesien, Malaysia und China, verbreitet ist, hat kulturelle Hintergründe: In den vergangenen Jahrhunderten wurde den jungen Männern erzählt, unlautere sexuelle Handlungen führen dazu, dass Yin und Yang aus dem Gleichgewicht geraten und das wiederum führe dazu, dass der Penis nach innen wachse und man daran sterbe. Unter unlauteren sexuellen Handlungen verstand man dabei Masturbation, Pollution oder Prostitution. Und so führt ein Ammenmärchen dazu, dass asiatische Männer um ihren Penis fürchten. Skurril: Es wurden in den vergangenen 50 Jahren drei Koro-Epedimien in Singapur, Thailand und Indien verzeichnet, bei denen tausende Männer unter der Angststörung litten. Arme Asiaten!

Lena Iker
 

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