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Beschneidung: Alles, was Sie wissen müssen

 

Schnipp, schnapp, Vorhaut ab: Viele Männer schrecken davor zurück - allerdings wandelt sich die Meinung langsam. Doch woher kommt die Tradition der Beschneidung? Und für wen ist sie sinnvoll? Der Berater verrät es.

Rund 20 bis 40 Prozent aller Männer weltweit sind beschnitten. Und auch in Deutschland gibt es viele Männer, die ihr bestes Stück einer Beschneidung unterzogen haben: angeblich etwa 15 Prozent - Tendenz steigend. Doch wie lange gibt es diese Tradition schon? Wann ist eine Beschneidung unausweichlich? Gibt es Nebenwirkungen? Und wie sieht es mit dem Sex danach aus? Letzteres verraten wir am besten gleich: Sehr gut. Die Eichel beschnittener Männer ist nämlich etwas härter im Nehmen. Der Sex dauert etwas länger. Und: Viele Frauen finden die Optik einfach besser.

Beschneidung.jpg
Beschneidung: Schnipp, schnapp - Vorhaut ab

Der Ursprung der Beschneidung

Lange bevor hierzulande bei jungen Männern die Vorhaut ganz oder teilweise entfernt wurde, galt die Beschneidung als ein wichtiges religiöses Ritual bei Juden und Muslimen. Und selbst im alten Ägypten findet man Hinweise darauf, dass kleine Jungs und Männer beschnitten wurden. Die Beschneidung ist somit nicht nur die älteste Operationsmethode der Welt, sondern zugleich auch die häufigste. Heutzutage geht man davon aus, dass jeder vierte Mann beschnitten ist. Trotzdem wurde die Beschneidung in der westlichen Welt zunächst nicht aus religiösen Gründen eingeführt. Im Gegenteil: Sie galt im 18. Jahrhundert als eine Form der Therapie, um junge Männer davon abzuhalten, sich selbst zu befriedigen.

Die Methoden der Beschneidung

Bei einer Beschneidung, auch Zirkumzision genannt, gibt es zwei Vorgangsweisen: Entweder wird die Vorhaut vollständig abgetragen oder nur teilweise. Die vollständige Beschneidung wird am häufigsten praktiziert. Für sie ist in der Regel eine ambulante Behandlung mit lokaler Betäubung notwendig. Wer sich den Anblick ersparen möchte: Man kann sich auch eine Vollnarkose geben lassen. Anders hingegen sieht es bei der Teilbeschneidung aus. Hier wird die Vorhaut – wie der Name schon sagt – nur teilweise eingeschnitten und eine Plastikglocke über die Eichel gezogen. Das Ganze ist auch als Plastic-Bell-Methode bekannt. Anschließend wie die partiell eingeschnittene Vorhaut am Glockenrand abgebunden, so dass die Blutversorgung des Gewebes abgeschnitten ist. Die Folge: Nach einigen Tagen färbt sich die abgebundene Vorhaut Schwarz und fällt von allein ab. Da diese Methode doch etwas an Ästhetik vermissen lässt, wird sie hauptsächlich bei der Beschneidung von Kleinkindern angewandt.

Notwendige Beschneidung

Abgesehen von ästhetischen und religiösen Gründen gibt es aber auch eine medizinische Indikation für eine Zirkumzision: die Vorhautverengung, auch Phimose genannt. Hierbei kann die Vorhaut nur teilweise oder gar nicht über die Eichel gestreift werden. Unnötig zu erwähnen, dass bei einer Phimose eine Erektion sehr schmerzhaft ist. Generell werden schon Kinder auf eine mögliche Vorhautverengung untersucht. 96 Prozent aller Neugeborenen haben eine angeborene Phimose, die sich aber im Laufe des ersten Lebensjahres wieder zurückbilden kann. Der Rest, dem diese Selbstheilung verwehrt bleibt, muss beschnitten werden.

Nebenwirkungen der Beschneidung

Die Zirkumzision ist ein verhältnismäßig harmloser Eingriff. Es gibt kaum Komplikationen und am häufigsten sind nach dem Eingriff Schwellungen oder Nachblutungen bekannt, die sich mit Salben oder Druckverbänden einfach behandeln lassen. Verläuft eine Beschneidung problemlos, gehen Ärzte von einer Heildauer von zehn bis 14 Tagen aus. Klingt harmlos, ist es aber nicht unbedingt. Eine Beschneidung ist durchaus auch mit ein wenig Schmerzen verbunden – was sich selbst Männer mit wenig Fantasie einigermaßen gut vorstellen können. Selbstverständlich werden nach der Operation Schmerzmittel verabreicht, Entzündungshemmer verschrieben und Sitzbäder verordnet.

Sex nach einer Beschneidung

Ungefähr drei Wochen nach dem Eingriff sollte der Mann wieder in Lage sein, Sex zu haben. Für eine wilde Nummer sollten Sie allerdings einige Wochen warten. Beim ersten Mal nach der Beschneidung raten Mediziner nämlich noch zur Vorsicht.

Die Vorteile der Beschneidung

Wenn man sich erst mal mit dem Gedanken abgefunden hat, dass ein Mediziner mit einem scharfen Skalpell am Penis herum schneidet, ist man auch offen für die Vorteile, die eine Beschneidung bringen kann. Zunächst mal lässt sich ein beschnittener Penis schneller und besser säubern. Außerdem berichten viele Männer davon, dass die Orgasmen heftiger und intensiver sein können und zudem reduziert sich das Risiko einer Harnwegsinfektion, da sich Bakterien und Keime nicht mehr unter der Vorhaut festsetzen können. Noch nicht bewiesen ist allerdings, dass sich das Infektionsrisiko mit dem HI-Virus reduzieren lässt. Eine entsprechende Behauptung hatten vor nicht allzu langer Zeit australische Mediziner aufgestellt. Ihre Theorie konnte allerdings bis heute noch nicht bewiesen werden.

Beschneidung: Wer soll das bezahlen?

Beschneidungen sind in Deutschland kostenlos. Zumindest dann, wenn man nachgewiesenermaßen unter eine Phimose leidet, es also medizinische Gründe dafür gibt. Wer sich aus religiösen oder ästhetischen Gründen von seiner Vorhaut trennen will, muss die Beschneidung selbst bezahlen.

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Martin Trockner
 

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