Ob ätherisches Fabelwesen oder auf Kante gebügelte Uniform – das Faschingskostüm einer Frau verrät eine Menge darüber, wie sie gerne sein möchte. Und wie sie unter zwei Zentimeter Karnevalschminke tatsächlich ist. Damit Sie keine unnötige Zeit an die falschen Närrinnen verschwenden: ein kleiner Guide von Krankenschwester bis Nonne.
Wer dahinter steckt: Auch wenn ihr Röckchen nur knapp über dem Hintern endet und ihre Absätze viel höher sind als die der Gesundheitsschuhe von Schwester Gaby aus der Schwarzwaldklinik – tief in ihrem weißen Kittel pocht ein mütterliches Herz. Wenn Sie Glück haben, will sich diese Frau nur rührend um Sie kümmern. Wenn Sie Pech haben, nervt sie Sie mit einem ausgewachsenen Helfersyndrom. In diesem Fall: Machen Sie sie darauf aufmerksam, dass es dem Kerl neben Ihnen an der Theke noch viiiiel schlechter geht als Ihnen.
Diesen Spruch hat sie schon zu oft gehört: „Schwester, mir ist ganz schwindlig – ich brauche dringend eine Mund-zu-Mund-Beatmung!“
Darauf müssen Sie sich gefasst machen: Dass Sie zu Hause diagnostiziert, dass Sex in Ihrem Zustand ganz schlecht für den Kreislauf ist. Oder dass sie seltsame Instrumente auspackt, die sie schon lange mal an jemandem ausprobieren wollte ...
Wer dahinter steckt: Gisela aus der Buchhaltung. Oder Cordula aus dem Romanistik-Seminar. Von März bis Januar geht die Katzen-Frau nämlich eher als kleine, graue Maus durchs Leben. Nur an Fasching, da packt sie die Puschel-Strapse aus, malt sich ein schwarzes Näschen und fasst den großen Plan, mal so ordentlich einen drauf zu machen. Fauch!
Diesen Spruch hat sie schon zu oft gehört: „Na Kätzchen, wo möchtest Du gerne gekrault werden?“
Darauf müssen Sie sich gefasst machen: Dass das Kätzchen im Bett mit dem Kostüm auch die Fantasie verlässt – und es sich vielleicht nur neben Ihnen zusammenrollt und schnurrt.
Wer dahinter steckt: Eine Frau, die weiß, was sie möchte, klare Ansagen macht und hart durchgreift. Also eigentlich wie Ihre Mutter – mit dem feinen Unterschied, dass die Faschings-Polizistin eine rattenscharfe Uniform trägt und Sie über den Rand ihrer Pilotenbrille so herausfordernd anflirtet.
Diesen Spruch hat sie schon zu oft gehört: „Ich ergebe mich! Wo sind die Handschellen?“
Darauf müssen Sie sich gefasst machen: Dass sie mit Knüppeln keinen zimperlichen Umgang pflegt. Und dass sie Sie bestrafen muss, weil Sie sehr, sehr böse waren.
Wer dahinter steckt: Als Kind war sie für das Prinzessinnenkostüm immer zu pummelig. Jetzt ist sie immer noch eher, äh, kräftig gebaut – aber: egal! Cindy aus Marzahn läuft schließlich auch mit Krönchen rum. Außerdem hat sie beschlossen, sich in ihrem Körper rundum glücklich zu fühlen. Also, her mit dem Kleinmädchentraum aus rosa Glitzer!
Diesen Spruch hat sie schon zu oft gehört: „Küss mich, ich bin ein Prinz!“
Darauf müssen Sie sich gefasst machen: Dass diese Frau sich nicht damit begnügt, das zarte Püppchen zu geben, sondern wild dazu entschlossen ist, Spaß zu haben. Ohne Rücksicht auf Verluste.
Wer dahinter steckt: eine Zehn. Also eine Wahnsinns-Hammer-Frau, mit langen, glänzenden Haaren und noch längeren Beinen. Mit Humor, Charme, wachem Geist – und leider auch Heerscharen von Verehrern. Im Karneval nutzt sie die Chance, inkognito auf die Piste zu gehen, ohne auf ihre äußeren Werte reduziert zu werden.
Diesen Spruch hat sie schon zu oft gehört: „Was tragen Nonnen eigentlich unter dem Rock?“
Darauf müssen Sie sich gefasst machen: Dass unter dem Nonnengewand ein Volltreffer auf Sie wartet. Aber manchmal auch ein Mann.
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