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Kleine Nachtmusik: Beziehungskiller Schnarchen

 

Schnarchen, rasseln, flöten, sägen, schnaufen: Der Geräuschpegel, der nächtens in vielen deutschen Schlafzimmern herrscht, ist enorm. Und stellt Beziehungen häufig auf eine harte Probe. Was kann man tun, damit Ruhe einkehrt und die Liebe das regelmäßige Schnorchelkonzert überlebt? Der Berater weiß es.

Schnarchen statt schlafen: Die Statistik zeigt, dass im Alter von 30 Jahren 30 Prozent aller Männer schnarchen. Mit 60 Jahren sind es ganze 60 Prozent. Wenn im Schlafzimmer über Jahre hinweg ein Geräuschpegel wie dicht neben der Autobahn herrscht, wird's gefährlich - für die Gesundheit und für die Beziehung. Doch was kann man tun?

Schnarchen: So manche Beziehung ist bereits am nächtlichen Sägen zerbrochen

Schnarchen: so passiert's

Als Schnarchen bezeichnet man das knatternde Geräuch, das durch flatternde Bewegungen des Gaumens und des Zäpfchens entsteht. Es gibt zwei verschiedene Arten: das harmlose, "kompensierte" Schnarchen, das gesundheitlich keine Auswirkungen hat, und das gefährliche, "obstruktive" Schnarchen. Ob man zu den normalen oder den krankhaften Sägern gehört, lässt sich oft schon am Geräusch erkennen: Regelmäßiges Schnarchen, so wie man es auch nachmachen würde, ist meist ungefährlich. Hört es sich dagegen unregelmäßig an (etwa drei Schnarcher in 30 Sekunden) und kommt es ganz tief aus der Kehle, kann es gesundheitsgefährdend werden. Denn durch dieses Schnarchen, das man in einem Schlaflabor untersuchen lassen sollte, wird die Sauerstoffversorgung eingeschränkt, es können Atemaussetzer (Apnoe) auftreten, die bis zu 50 Sekunden dauern und bis zu 40 Mal pro Nacht vorkommen. Die Folge: Tagesmüdigkeit, Kreislauferkrankungen, erhöhtes Herzinfarktrisiko, Depressionen und - ja, auch Libidoverlust.

Schnarchen: das hilft

Akuter Libidoverlust kann auch bei der Partnerin des Schnarchenden auftreten. Schließlich bekommt auch sie kaum ein Auge zu, wenn neben ihr lautstark geknattert wird. Bevor man bald kurz vor dem Herzinfarkt steht und Sex und Beziehung gefährdet sind, ist Handeln angesagt. Doch was kann man gegen das fiese, nächtliche Sägen tun? Ein Allheilmittel, das bei jedem hilft, gibt es leider nicht. Denn meist ist das Problem ein Anatomisches. Grundsätzlich kann man aber sagen: Am häufigsten wird von älteren, dicken, alkoholisierten Männern geschnarcht. Gut, gegen Alter und Mannsein ist wenig auszurichten - Übergewicht und Alkoholkonsum kann man zur Beziehungsrettung durchaus reduzieren. Außerdem gibt es auch verschiedene Hilfsmittelchen, die die "kleine Nachtmusik" einschränken sollen. Die tatsächliche Wirkung von Anti-Schnarch-Stützkissen, elektronischen Schnarch-Blocker, Nasenspreizern, Mund- und Nasensprays oder Kinnbinden ist allerdings stark umstritten. So geht "Stiftung Warentest" davon aus, dass die meisten Antischnarchhilfen "unter den Kriterien des wissenschaftlichen Nachweises als generell nützliche Hilfsmittel wenig geeignet" sind. Und noch dazu zum Ausprobieren meist zu teuer.

Schnarchen: trotzdem die Beziehung retten

Wenn also nichts wirklich hilft, was tun? Wie bringt man seine Liebste dazu, trotz Lärmbelästigung an der Beziehung festzuhalten? Wir sagen: alles Einstellungssache! Wenn sich die Passivschnarcherin in ihr "Leid" hineinsteigert, wird sie auch von lautem Atmen und den leistesten Rasselgeräuschen aufwachen. Wer den Lärm akzeptiert, wird sich davon nicht so sehr gestört werden. Ihre Frau gehört zu denjenigen, die nicht so gerne akzeptieren? Dann hilft wohl nur noch eines: getrennte Schlafzimmer. Klingt zunächst dramatisch, kann aber beziehungstechnisch wahre Wunder wirken: Denn was ist aufregender, als seine Liebste wie bei einer heimlichen Affäre in ihrem Schlafzimmer zu besuchen. Und nach wildem Sex - schwups - wieder ins eigene Bett zu schlüpfen und ihr und sich geruhsamen Schlaf zu gönnen.

Angelika Zahn
 

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