„Mit der Geburt eines Kindes gerät nicht nur der Hormonhaushalt werdender Mütter durcheinander“, betont Carsten Wittmaack in seinem Buch „Zwergenalarm. Das Handbuch für werdende und gewordene Väter.“ (Schwarzkopf & Schwarzkopf, 9,90 Euro). Er sagt: „Männer denken anders als Frauen.“ Deshalb wollte er mit seinem Buch bewusst auf die Ängste und Sorgen der Männer eingehen. Literatur für Mütter gebe es ja schon genug. Der Berater hat die zentralen Punkte zusammengefasst.
Alles beginnt mit der Schwangerschaft. Hier sollte sich Mann nichts vormachen: Die meisten Frauen werden mit der Zunahme ihres Bauchumfangs nicht einfacher. Manche mutieren gar zu wahren Furien, denen man nichts Recht machen kann. Doch keine Angst: Diese Zeit geht vorbei. Ist das Kind erst einmal auf der Welt, normalisiert sich der weibliche Hormonhaushalt auch wieder. Der Knecht darf wieder Ehemann und Liebhaber sein.
Und da wären wir schon beim nächsten Problem. Der Frust mit der Lust. Fall eins: Sie hat nur noch den Nachwuchs im Kopf. Sex steht ganz hinten an. Doch für ihn kommt ein neunmonatiges Mönchsleben nicht infrage. Da gibt es nur eins: Geduld. Sprechen Sie mit Ihrer Liebsten über Ihre Bedürfnisse. Zeigen Sie gleichzeitig Verständnis für ihre Sichtweise. Lassen Sie’s langsam angehen. Und Vorsicht: Sie behält das Kommando. Fall zwei: Sie will – und er nicht. Manche Frauen erleben Sex in der Schwangerschaft viel intensiver. Dagegen gibt es Männer, die echte Probleme damit haben, wenn die Frau immer dicker wird – und der Nachwuchs im Bauch immer größer. Achtung. Ganz wichtig: Sie stehen damit nicht alleine da! Außerdem gilt: Schwangere sind nie dick. Sie haben höchstens einen niedlichen Bauch.
Nächste Hürde: die Geburt. Statistiken belegen, dass heute rund 90 Prozent aller werdenden Väter im Kreißsaal mit dabei sind. Dennoch: Wenn Sie kein Blut sehen können oder auf diese Prozedur einfach keine Lust haben, dann sagen Sie lieber gleich ganz ehrlich „Nein“. Ihre Liebste hat nichts davon, wenn Sie nur aus Pflichtgefühl mitkommen.
Bereiten Sie sich lieber auf die Zeit nach der Geburt vor. Denn plötzlich sind Sie zu dritt. Wickeln, beruhigen, in den Schlaf schaukeln. Rund um die Uhr geht es um den Zwerg. Kümmern Sie sich am besten erst mal um den bürokratischen Kram. Elterngeld, Kindergeld, Geburtsurkunde, Lohnsteuer, Krankenkasse - Ihre Frau dankt es Ihnen. Dafür ist sie sicherlich nachsichtig, wenn Sie sich noch nicht so sehr aufs Wickeln, Baden und Babykram Einkaufen konzentrieren.
Die nächste Herausforderung ist die Elternzeit, die übrigens immer mehr Väter nehmen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes waren das zuletzt 24,4 Prozent der Väter, 1,4 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Absolut heißt das, rund 38.000 Väter haben für ihre zwischen Januar und März 2010 geborenen Kinder Elterngeld in Anspruch genommen. Ihnen gegenüberstehen 153.000 Mütter, die Elternzeit genommen haben. Doch die Elternzeit des Vaters lohnt sich. Erstens zahlt der Staat zwei Monate mehr Elterngeld. Außerdem bauen Vater und Nachwuchs eine viel engere Beziehung zueinander auf. Wer wegen der Elternzeit einen Karriereknick befürchtet, sollte folgende Tipps beherzigen: Kümmern Sie sich rechtzeitig um eine Vertretungslösung, die Sie Ihrem Chef anbieten können. Außerdem können Sie die Elternzeit notfalls auch splitten oder sie mit Teilzeit kombinieren.
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