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„Küss die Hand, gnä‘ Frau“: So geht der perfekte Handkuss

 

Es gibt tatsächlich etwas, das Frauen noch mehr fasziniert als ein neues Paar Schuhe: Kavaliere. Sie sind inzwischen rar gesät – aber behandeln jede Frau wie eine Dame. Neben „Tür Aufhalten" und „Aus dem Mantel helfen" muss ein Kavalier vor allem eines drauf haben: den perfekten Handkuss! Aber wie geht der eigentlich? Der Berater – selbst ein Kavalier der alten Schule – erklärt´s.

„Küss die Hand, gnä‘ Frau“ – die Österreicher wissen, wie man einer Frau schmeichelt. Kaum eine Frau kann von sich behaupten, dass ihr gute Manieren und eine Prise offener Charme bei einem Mann nicht gefallen. Wer gleich zu Beginn einer neuen Bekanntschaft damit punkten möchte, der sollte die Dame mit einem Handkuss begrüßen. Und so gelingt dieser perfekt:

hankuss.jpg
Mit Handkuss eine Frau verführen – das kann klappen!

Wann ist ein Handkuss angebracht?

Ein Handkuss muss gut gewählt sein, in bestimmten Situationen kann er auch schnell unpassend wirken. Wenn Ihnen im Büro zum Beispiel eine neue Kollegin vorgestellt wird, sollten Sie ihr lieber ganz normal die Hand schütteln. Ein Handkuss würde übertrieben wirken. „Grundsätzlich ist in unserem Kulturkreis der Handkuss auf das private und gesellschaftliche Umfeld beschränkt, findet also keinesfalls im Berufsleben statt“, sagt Stiltrainer Jan Schaumann. Der Handkuss passt perfekt in das Umfeld von eleganten Empfängen, Dinnereinladungen, Opernpremieren, Tanzschulen und natürlich Bällen. Faustregel: also überall da, wo Abendgarderobe getragen wird. Und noch eine Regel ist zu beachten: „Wichtig ist, dass ein Handkuss niemals auf offener Straße gegeben wird, sondern nur in „geschütztem" Raum.“

Wie funktioniert er nun, der perfekte Handkuss?

Es kommt zwar nur noch selten vor, aber manche Damen von Welt erwarten einen Handkuss von ihrem Gegenüber. Sie deuten es so an, dass sie ihre rechte Hand mit den Fingerspitzen nach unten leicht anheben. Natürlich können auch Sie den aktiven Part übernehmen und die Hand der Dame, die sie ihnen zur Begrüßung entgegenstreckt, leicht zurecht drehen. In beiden Fällen heißt es: Haltung annehmen! Stilexperte Schaumann: „Niemals breitbeinig oder krumm dastehen, sondern Füße zusammen, Knie gerade, die linke Hand an die (seitliche!) Hosennaht und los geht`s.“ Nehmen Sie die Hand der Dame in ihre und heben sie diese leicht an - reißen Sie die Hand nicht gen Himmel, sondern beugen Sie sich lieber mit durchgedrückten Knien ihrer Hand entgegen. Vorsicht: Drücken Sie die Hand nicht zu fest. „Ihre Hand dient lediglich als stützende Unterlage. Die Hand der Dame wird also keinesfalls umklammert oder gar gedrückt. Das zarte Sichern mit dem eigenen Daumen gegen ein Abrutschen ist natürlich legitim.“ Der eigentliche Kuss ist nur ein minimaler Hauch, den Sie mit dem Mund andeuten. Auf keinen Fall sollten Sie die Hand der Dame mit den Lippen berühren.

Was passiert nach dem Handkuss?

Natürlich sollten Sie die Hand, nachdem Sie diese so elegant genommen und Ihren Kuss angedeutet haben nicht fallen lassen wie eine heiße Kartoffel. „Sie wird ebenso elegant zu ihrem Ursprungsort geleitet, abgeliefert und erst dort beginnt der Rückzug der eigenen Hand“, erklärt Schaumann. Und der Stiltrainer hat noch einen guten Rat in Sachen Handkuss: „Werfen Sie vorher einen Blick in die Runde der Sie umgebenden Damen. Denn: Küsst Du eine, küsst Du alle! Ohne Wenn und Aber."

Marlene Burba
 

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