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Rugby - die härteste Sportart der Welt

 

„Ein Spiel für Hooligans, gespielt von Gentlemen“: Rugby verlangt den Spielern alles ab, was Kraft, Schnelligkeit und Manieren betrifft. Der Berater erklärt die Keilerei mit Klasse.

Eishockey? American Football? Vergessen Sie es! Die härtesten Männer sind beim Rugby unterwegs. Rasende Kolosse, die ungebremst und ohne Schutzkleidung aufeinanderprallen. Als echter Kerl sollten Sie die Grundlagen dieses herrlichen Spiels kennen.

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Nichts für Weicheier: Beim Rugby geht es ordentlich zur Sache

Rugby: die Regeln

Die Regeln beim Rugby sind deutlich komplizierter als beim Fußball, deshalb nur das Wesentliche: Zwei Mannschaften von je 15 Spielern versuchen in zwei mal 40 Minuten, den eiförmigen Ball ins gegnerische Malfeld zu tragen und dort abzulegen. Das gibt die höchste Punktzahl beim Rugby: Ein „Versuch“ ist fünf Punkte wert. Danach kann noch um zwei Punkte erhöht werden, wenn ein Spieler der punktenden Mannschaft den Ball durch die Torstangen auf der Grundlinie des Feldes schießt. Auf dem Weg nach vorne darf der Ball nur getragen werden, passen ist nur zur Seite oder nach hinten erlaubt. Körperkontakt ist eine Grundlage des Spiels, was es unglaublich anstrengend macht. Allerdings darf nur der ballführende Spieler umgerissen werden, und das auch nur von den Schultern abwärts. Bei Regelverstößen gibt es entweder ein „Gedränge“, bei dem sich ein Teil jeder Mannschaft nach unten beugt und gemeinschaftlich versucht, das gegnerische Spielerpaket wegzuschieben, um an den Ball zu kommen, der unter den Spielern eingerollt wird. Eine härtere Form der Bestrafung ist ein Straftritt: Fliegt der durch die Stangen, bekommt die jeweilige Mannschaft drei Punkte. Auch aus dem Spiel heraus kann ein Spieler per Dropkick durch die Stangen schießen, ebenfalls für drei Punkte. Bei überharten Attacken kann ein Spieler mit der gelben Karte bestraft werden. Anders als beim Fußball muss er dann zehn Minuten zuschauen. Bei der roten Karte ist auch beim Rugby das Spiel für einen Bösewicht beendet.

Rugby: die Geschichte

Die Legende sagt, dass 1823 ein Junge namens William Webb Ellis bei einem Fußballspiel seiner Schulmannschaft in Rugby in der englischen Grafschaft Warwickshire den Ball einfach in die Hand nahm und ins Tor trug. Der Protest war groß, Ellis fand aber schon bald Anhänger, die den Ball ebenfalls tragen statt kicken wollten. Wahrscheinlich stimmt die Geschichte so nicht. Fest steht aber: Rugby spaltete sich vom noch jungen Fußballspiel ab. Anfangs wurde beispielsweise auch beim Fußball nach vorne nur gedribbelt, Pässe waren nur nach hinten oder zur Seite erlaubt. 1871 gründete sich der englische Rugby-Verband in Konkurrenz zum Fußballverband. Die Rugby-Spieler wollten nicht auf Tacklings verzichten und den Ball weiter in der Hand tragen – im Gegensatz zu den Fußballern. 24 Jahre später spaltete sich der Rugby-Sport selbst in zwei Varianten. Es ging hauptsächlich um die Frage der Professionalisierung: In der Variante "Rugby Union" spielten fortan Amateure, bei "Rugby League" Profis. Wenn wir in Deutschland heute von Rugby sprechen, ist Union gemeint, die Variante Rugby League ist hierzulande so gut wie unbekannt. Erst seit 1995 ist auch Rugby Union offiziell ein Profisport. Dabei ist diese Variante weltweit deutlich populärer, vor allem in den Commonwealth-Ländern. Hinzu kommen in der Weltspitze Frankreich, Italien und Argentinien, Rekordweltmeister Südafrika, Australien und der aktuelle Titelträger Neuseeland mit je zwei Titeln. Trotz der vermutlich erfundenen Geschichte heißt der WM-Pokal übrigens „Webb Ellis Cup“.

Rugby: der Kodex

Auf dem Platz soll der Gegner unbarmherzig bekämpft werden, allerdings nur innerhalb der Regeln. Jeder Rugby-Spieler wird von Beginn an von seinen Kollegen dazu „erzogen“. Schauspielerei wird zuallererst von den eigenen Mitspielern bestraft, weshalb kein Spieler je auf die Idee käme, sich wie mancher Fußballer über den Platz zu wälzen. Jeder Spieler hat den Stolz, solange trotz einer Verletzung weiterzuspielen, bis es nicht mehr geht – ein Spiel für echte Kerle. Dafür lässt der Gegner auch sofort von einem ab, wenn er merkt, dass man wirklich verletzt ist. Ebenso undenkbar: Spieler, die zum Schiedsrichter laufen und sich wild gestikulierend beschweren. Solche Rotzlöffel bekämen sofort eine Zeitstrafe. Beim Rugby darf nur der Kapitän einer Mannschaft mit dem Schiedsrichter reden, und auch er sollte sich seine Worte gut überlegen. Deshalb prägten Rugby-Spieler schon bald nach der Abspaltung vom Fußball den Begriff „Ein Spiel für Hooligans, gespielt von Gentlemen“ – im Gegensatz zu Fußball, einem „Spiel für Gentlemen, gespielt von Hooligans“.

Rugby in Deutschland

Zu Beginn der Saison 2012/2013 wurde die Bundesliga reformiert: Statt zehn Mannschaften spielen dort jetzt 24 Mannschaften, aufgeteilt in die Staffeln Nord, Ost, Süd und West. Aktueller Meister ist der Heidelberger RK, Rekordmeister mit acht Titeln ist der TSV Victoria Linden. Immerhin seit 1971 gibt es eine bundesweite Rugby-Liga, in Deutschland kann aber kaum ein Verein professionelle Bedingungen bieten. Lediglich in der Rugby-Hochburg Heidelberg, wo allein fünf Bundesliga-Mannschaften spielen, gibt es finanzstarke Sponsoren. Die Nationalmannschaft nahm noch nie an einer WM teil und ist gerade in die dritthöchste europäische Spielklasse abgestiegen.

Pierre Winkler
 

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