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Der WM-Spielball – so veränderte er sich

 

Der WM-Spielball, also der Fußball der bei Fußball-Weltmeisterschaften verwandt wird, ist längst ein Politikum. Alle vier Jahre wird eine technische Neuerung präsentiert. Welche waren die wichtigsten Entwicklungen der letzten 40 Jahre?

Seit 1970 ist Adidas der offizielle Lieferant des WM-Fußballs. Seither hat es stets Entwicklungssprünge gegeben, stets wurden Innovationen auf Weltmeisterschaften erstmals präsentiert. Hier die bisherigen WM-Spielbälle und ihre neuen Eigenheiten, laut FIFA und Hersteller Adidas: Mexiko 1970: Der „Telstar“ war der erste Ball, der aus 32 Einzelstücken genäht wurde, den sogenannten Panels. Zwölf Fünfecke und 20 Sechsecke, die einen schwarz, die anderen weiß, was ihn zum Prototyp des modernen Fußballs machte. Dank der vielen Einzelteile war es zudem der „rundeste“ Ball aller Zeiten. Deutschland 1974: Noch war die Änderungswut moderat. Auch hier wurde der „Telstar Durlast“ verwandt, im Gegensatz zu Mexiko allerdings mit schwarzer Schrift. Und es gab ihn erstmals auch ganz in weiß.

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WM-Spielball: Bei der Weltmeisterschaft in Mexiko wurde mit dem "Telstar" gespielt

Versiegelte Nähte

Argentinien 1978: Eine einschneidende optische Veränderung brachte der „Tango“, dessen Muster der Triade (das die drei Streifen des Herstellers symbolisierte) die klassischen Waben ablöste und für die kommenden fünf Welttitelkämpfe das Grundmuster lieferte. Spanien 1982: Das Design blieb beim „Tango Espana“ annährend identisch, es gab allerdings eine technische Verbesserung. Der Ball war zwar noch immer aus Leder, aber er hatte wasserdichte Nähte, was die Gewichtszunahme bei Regen enorm verringerte. Das Zeitalter des synthetischen Fußballs hatte begonnen.

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WM-Spielball: Optisch verändert präsentierte sich der "Tango" zur WM 1978

Die vollsynthetische Ära

Mexiko 1986: Mit dem „Azteca“ begann endgültig eine neue Ära. Er war der erste vollsynthetische Fußball. Das seit 1978 verwandte Design wurde im aztekischen Stil gestaltet. Italien 1990: Eine weitere Entwicklungsstufe bei den synthetischen Materialien. Der „Etrusco Unico“ hatte eine äußere Hülle aus Polyurethan-Schaum für wenig Abrieb und perfekten Rücksprung. Darunter sorgte eine Schicht aus Latex für Stabilität, eine weitere aus Neopren für fast vollständige Waysserabweisung. Auch zeichnete er sich durch bessere Spielbarkeit und höhere Schussgeschwindigkeiten aus.

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WM-Spielball: Der "Azteca" war der erste vollsynthetische Fußball

Bunt und immer besser

USA 1994: Durch eine Polyethylenschaum-Schicht war der „Questra“ am Fuß noch besser zu kontrollieren, löste sich aber gleichermaßen schnell vom Fuß, was die Schussgeschwindigkeiten weiter steigerte. Frankreich 1998: Der „Tricolore“ war der erste mehrfarbige WM-Spielball. Wie der Name schon sagt, war er in den Landesfarben des Gastgeberlandes gehalten, also Rot, Weiß und Blau. Nationale Symbole wie der Hahn, der TGV oder die Turbine waren eingearbeitet. Technisch neu war die Schicht aus syntaktischem Schaum, eine dicht angeordnete Struktur aus gasgefüllten und einzeln verschlossenen Zellen. Das erhöhte die Strapazierfähigkeit des WM-Spielballes Japan/Südkorea 2002: Mit dem sechslagigen „Fevernova“ verabschiedete man sich vom Tango-Design. Nur noch zwei große, sich im Uhrzeigersinn drehende Triaden zierten das Spielgerät. Die Grundfarbe weiß wurde von einem Champagner-Ton abgelöst. Ansonsten wurde der syntaktische Schaum weiter verbessert und dem Ball so eine präzisere Flugbahn verpasst.

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WM-Spielball: 1994 wurde bei den Weltmeisterschaften in den USA mit dem "Questra" gespielt

Der endgültige Abschied vom klassischen Ball

Deutschland 2006: Erstmals seit 1970 verwendete man nicht mehr 32 Panels zum Wabendesign. Sondern sechs sogenannte „Turbinen“ und acht „Propeller“, wegen ihrer Ähnlichkeiten in der Form zu Damenbinden gern verspottet, die eine letztlich noch rundere Form bilden. Der „Teamgeist“ weist nur noch eine Abweichung von höchstens 0,1 Prozent zur perfekten Kugel auf. Erstmals sind die Panels, also die einzelnen Bestandteile, auch nicht mehr vernäht, sondern verschweißt. Wegen seiner flatterigen Flugeigenschaften ist WM-Spielball „Teamgeist“ bei Torhütern sehr unbeliebt.

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WM-Spielball: Der "Teamgeist" ist eine fast perfekte Kugel
 

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