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Apnoe-Tauchen: Mit einem Atemzug in die Tiefe

 

Apnoe-Tauchen – im Vergleich dazu sind Schnorcheln und Sporttauchen nichts als Kinderkram. Tauchgänge ohne Ausrüstung, Vorstöße in beachtliche Tiefe mit nur einem Atemzug – was muss man für die submarine Königsdisziplin können? Der Berater hat es sich von Apnoe-Weltmeister Herbert Nitsch erklären lassen.

Apnoe-Tauchen war zu Zeiten, als die Sauerstoffflasche noch nicht erfunden war, gängige Praxis. Doch während die Steinzeitjungs höchstens im Seichten nach Perlen für die Mädels tauchten und dabei gezwungenermaßen die Luft anhalten mussten, schwimmt Freitaucher Herbert Nitsch heute freiwillig immer neuen Weltrekorden entgegen. Dabei erreicht er mit nur einem Atemzug Wassertiefen von über 200 Metern. Der Trick daran: Fürs Apnoe-Tauchen muss man den Körper überlisten, damit er immer längere Atempausen, die sogenannten Apnoephasen, überwinden kann.

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Apnoe-Tauchen: Da halten sogar die Korallen am Riff die Luft an.

Apnoe-Tauchen: runterkommen und cool bleiben

Apnoe-Tauchen, auch Freitauchen oder Tieftauchen genannt, gilt als sehr ursprünglicher Tauchsport. Der Sportler atmet vor dem Eintauchen ins Wasser ein und bestreitet den gesamten Tauchgang mit diesem Luftvorrat. Da die menschliche Lunge unter dem Druck der Wassermassen stark komprimiert wird, nimmt der Auftrieb von einer gewissen Wassertiefe an immer weiter ab, und der Taucher fällt in erstaunliche Tiefen. Damit die Ohren bei dieser Art des Tauchens nicht überbelastet werden, muss der Taucher von Zeit zu Zeit einen Druckausgleich machen. Apnoe-Taucher nutzen überwiegend kühle Gewässer, die gerne mal eine Wassertemperatur von nur fünf Grad Celsius haben. Vorteil dieser frostigen Umgebung ist ein verlangsamter Herzschlag, bei dem der Körper weniger Energie verbraucht, als bei höherem Puls. Trotzdem oder gerade deshalb ist das Apnoe-Tauchen ein Extremsport.

Apnoe-Tauchen: vom Schnorchler zum Weltmeister

Apnoe-Tauchen und die Meisterschaft darin sind auch in Zeiten modernster Tauchtechnik manchmal der puren Not geschuldet. Etwa im Fall des Weltmeisters Herbert Nitsch: Als eine Fluggesellschaft einst seine Tauchausrüstung verlor, probierte der Wassersportler es mit Schnorcheln und stellte fest, dass er beim tieferen Abtauchen nach nur einer Woche erstaunlich lange die Luft anhalten konnte. Der Österreicher kam auf den Geschmack, schwimmt seither munter durch die acht Wettkampfdisziplinen des Wassersports und stellt beim Verband der Freitaucher AIDA einen Rekord nach dem anderen auf. Die Wettkämpfe finden entweder im Pool oder in freien Gewässern statt. Im Hallenbad werden aufgrund der geringen Wassertiefe nur das Zeit- und das Streckentauchen abgehalten, während Tieftaucher ihre Flossen in hoher See bewegen müssen.

Apnoe-Tauchen: Erst mal daheim auf dem Sofa trainieren

Apnoe-Tauchen will aber zunächst außerhalb des Wassers geübt sein. Herbert Nitsch empfiehlt als Terrain für den Anfang das heimische Sofa: „Zurücklehnen und auf die Atmung konzentrieren“, so solle man beginnen und dabei jede Art von Anstrengung vermeiden, da man sonst nur unnötig Energie und somit Sauerstoff verbraucht. Diesen Verbrauch gilt es später im Wasser genau unter Kontrolle und ein Gefühl dafür entwickelt zu haben. Der nächste Trainingsschritt: leichtes Hyperventilieren. Denn nur durch tiefes Ein-und Ausatmen lässt sich Kohlenstoffdioxid abatmen, das den menschlichen Atemreflex beim Tauchen auslöst. Und zu guter Letzt heißt es: Luft anhalten und die Minuten zählen. Herbert Nitsch bringt es in seinen Trainingsphasen auf bis zu neun Minuten Atempause. „Die einfachste, aber zugleich wichtigste Regel ist, im Wasser niemals alleine zu trainieren“, sagt Nitsch, „ersaufen kann man nämlich auch in der Badewanne.“ Deshalb trifft sich der Profi zur Vorbereitung mit anderen Tauchern, die im Notfall eingreifen können. Tauchen Sie also nur in Begleitung – mit einer hübschen Aufpasserin macht ein Unterwasser-Trip eh mehr Spaß als einsames Apnoe-Tauchen.

Apnoe-Tauchen: Mit Gewichten ans Limit

Apnoe-Tauchen auf Wettkampfniveau wird ohnehin niemals allein ausgeübt. Alle Apnoe-Wettbewerbe, die Sie vielleicht einmal absolvieren, werden von Tauchern begleitet und gesichert. Die Tauchgänge werden über und unter Wasser mit der Kamera festgehalten, von Schiedsrichtern beobachtet und von einem Notar beglaubigt. Profi Nitsch mag die Outdoor-Disziplinen am liebsten und hält unter anderem einen Rekord von 214 Metern im Tieftauchen „No Limit“, bei dem er von einer Schlittenkonstruktion in die Tiefe gezogen wird. Wenn der Taucher seinen Tiefenmesser an Land lässt oder sein Kontrollmärkchen am Endpunkt der Tauchstrecke vergisst, wird der Rekordversuch für ungültig erklärt, und der Sportler muss erneut abtauchen. Gewichte sind übrigens erlaubt, allerdings muss der Taucher auch wieder damit an die Wasseroberfläche kommen, was beim Apnoe-Tauchen leicht beschwerlich werden kann.

Sie suchen noch ein schönes Plätzchen zum Abtauchen? Wir hätten da die schönsten Tauchregionen der Welt im Angebot.

Jenna Santini
 

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