| Mehr
Suche
Ihre Frage an den Berater
Geben Sie hier Ihre Frage an den Berater ein. Leider können wir nicht alle Anfragen veröffentlichen

Anzeige

Just4Men Teaser
Der Berater auf  Twitter
Folge Sie uns auf Twitter




Weitere Fragen
Auch wenn sie Ihre kleine Zuckerschnute ist und einen Mückenschutz besonders nötig braucht: Die Sache mit dem...
Weil Sie mehr Schlaf brauchen. Die meisten Erwachsenen brauchen im Schnitt acht Stunden Schlaf (die zwei Stunden...
Zuerst sollten Sie im Schlaflabor (Adressen bei der Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin, Tel....
Bevor sie den Bauchnabelring stechen lässt, sollte sie das Piercingstudio unter die Lupe nehmen. Besonders...
Eine harte Nacht gehabt? Stimmbänder lassen sich mit Geigensaiten vergleichen ­ ein höherer Ton kommt entweder...

Wie geht's uns denn heute? So steht es um den deutschen Mann

 

Seit 1999 nutzen Männermediziner in aller Welt den „Internationalen Männertag“ am 19. November, um auf Gesundheitsrisiken ihrer Klientel aufmerksam zu machen. Erst elf Jahre später erschien jetzt der „Erste Deutsche Männergesundheitsbericht“. Er beantwortet die Frage: Wie geht’s dem deutschen Mann eigentlich? Das wollte auch der Berater wissen und hat sich ausführlich mit dem Thema Männergesundheit auseinandergesetzt.

Männergesundheit im Allgemeinen wird gern mit der Feststellung beschrieben, dass der Mann – in unserem Fall: der deutsche – im Durchschnitt 5,3 Jahre kürzer lebt als die Frau. Sie wird hierzulande spielend 82,5 Jahre alt, er im Schnitt nur 77,2 Jahre. Doch das sagt – und damit zur guten Nachricht – gar nichts über seine biologische Konstitution aus. Schuld daran trägt allein der Mann selbst, und zwar durch sein Risikoverhalten. In jungen Jahren ist er häufiger in Unfälle und Schlägereien verwickelt, trinkt mehr Alkohol, raucht mehr, neigt auch anderen Drogen eher zu als die Frauen. Dann stürzt er sich obendrein mit größerer Vehemenz in die Karriere, achtet weniger auf seine Wehwehchen (leider auch auf die schlimmeren) und meldet immerfort, dass es ihm gut gehe. „Er fühlt sich besser, als es ihm geht“ – auf diese Formel bringen Männermediziner wie Theodor Klotz vom Klinikum Weiden den Gesundheitszustand des deutschen Mannes. Kein Wunder also, was eine im Männergesundheitsbericht zitierte Umfrage 2007 zu Tage förderte: Obwohl Männer aus den beschriebenen Gründen mehr mit der Gesundheit zu ringen haben als Frauen, schätzten 83,8 Prozent von ihnen – gegenüber 80,3 Prozent der Frauen – ihre Gesundheit als gut oder sehr gut ein.

Maennergesundheit.jpg
Männergesundheit: Wie geht's uns denn heute? Wir fühlen uns jedenfalls besser als die Frauen

Männergesundheit: Fühlt sich ganz gut an

Dass Männer sich besser fühlen, als es ihnen geht, hat gute Gründe. Einer davon lässt sich als traditionelles Leitbild hegemonialer Männlichkeit beschreiben: ER sollte – wie der viel zitierte Indianer – keinen Schmerz kennen und geht in der Arbeit, im Alltag oder auch im Sport gern an die Grenzen zur Selbstüberforderung. So überspielen Männer meist – obwohl sie etwa ebenso häufig darunter leiden wie Frauen – psychische Störungen. Das ist oft ein Leichtes für den Mann, weil er seine Störungen eher auslebt, als nach Art der Frauen unter ihnen zu leiden: Während Frauen häufiger von Erkrankungen wie Angststörungen und Depressionen betroffen sind, die sich nach innen richten, dominieren beim Mann nach außen gerichtete Störungen wie Alkohol- und Drogenabhängigkeit oder antisoziale Persönlichkeitsstörungen. Lieber zum Arzt gehen, oder lieber in die Kneipe? Da fällt der Mann gern die bequemste Entscheidung – zumal er sich auch gar nicht unbedingt krank fühlt.

Männergesundheit: Sieht aber gar nicht so gut aus

Dass der Mann sich nicht so leicht krank fühlt, hat viel mit der Fähigkeit zu tun, Leiden zu ignorieren. Männer verstehen ihren Körper eher als Werkzeug, als Mittel zum Zweck persönlicher, sportlicher oder arbeitsweltlicher Erfolge und können bei dieser Maschine, wenn’s sein muss, ganz schön schonungslos aufs Gaspedal treten. So beschreiben es Männermediziner einhellig. Für Frauen hingegen ist (körperliches) Wohlbefinden mindestens ebenso wichtig wie äußerer Erfolg. Das heißt: Sie gehen weitaus häufiger zum Arzt und betreiben fleißiger Vorsorge, achten stärker auf ihre Ernährung und schonen sich lieber. Das trägt zu den größeren – und daher gern als typisch männlich beschriebenen – Krankheitsrisiken bei, denen der durchschnittliche deutsche Kerl ausgesetzt ist, als da wären: ein gegenüber Frauen um das 1,5-Fache höheres Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden, sowie ein 2,4-fach so hohes Risiko, einen Herzinfarkt zu bekommen. Bei Diabetes mellitus ist das Risiko im Vergleich zur Frau um 59 Prozent und bei der Adipositas (Fettleibigkeit) um 33 Prozent erhöht, ebenso bei Bluthochdruck (15 Prozent), Lungen- und Bronchialkrebs (144 Prozent) sowie Darmkrebs (115 Prozent).

Männergesundheit: Oft wirklich kein Grund zur Sorge

Ist der deutsche Mann also einfach nur ein unverbesserlicher Macho, der es nicht anders will und sich wider besseren Wissens den gesellschaftlichen Trends entgegenstellt? Nein. Die Gesamtgesellschaft – Frauen und Männer – geht unterschiedlich mit Männer- und Frauenkrankheiten um, kritisieren die Mediziner. Während bei Frauen zum Beispiel die Mammographie zur Brustkrebsvorsorge Leistung der gesetzlichen Krankenkassen ist, werden die Kosten für einen PSA-Test (Prostataspezifisches-Antigen-Test) zur Prostatakrebs-Vorsorge nicht übernommen. Dabei tragen rund 40 Prozent der deutschen Männer das Risiko, im Laufe ihres Lebens Prostatakrebs zu bekommen. Allerdings: Nur drei Prozent sterben auch tatsächlich daran. Den weitaus meisten Männern wäre mit dem Wissen, dass sie Prostatakrebs haben, kein bisschen weitergeholfen. Auch das mag einer der vielen Gründe sein, warum Männer seltener zu Vorsorgeuntersuchungen gehen als Frauen und sich über das Thema Männergesundheit weniger Gedanken machen.

Philip Wolff
 

Kommentare

 Der Berater.de Alles, was Männer wissen müssen