Mehr bewegen – das sollten sich die meisten deutschen Männer. Was das Wohlstandsbäuchlein angeht, sind sie führend in Europa. Sie verbringen ihre Arbeitszeit überwiegend auf dem Bürostuhl und trainieren sich Fehlhaltungen an, die auf die Gelenke gehen, sobald sie sich zum Sport durchringen. Sie sind entsprechend schwach auf dem Herzen und mit den Jahren von wachsend fülliger Statur. Die begleitenden kleinen Leiden sind wohlbekannt, und der gute Wille ist deshalb meistens da: Viele würden sich gern mehr bewegen. Doch woher die Motivation dazu nehmen? Einsicht allein hilft meistens nichts, die Bequemlichkeit ist stärker.
Sie fahren mit Auto oder Bahn zur Arbeit? Das muss nicht sein. Laufen oder radeln Sie. Oder, falls der Weg dafür zu weit, beziehungsweise das Wetter zu schlecht ist, lassen Sie das Auto einen Kilometer entfernt vom Arbeitsplatz stehen und gehen den Rest des Wegs zu Fuß. Steigen Sie eine Station früher aus Bus oder Bahn aus. Nehmen Sie im Bürogebäude nicht den Aufzug, sondern die Treppe. Sechs, sieben, acht Stockwerke sind für einen Kerl wie Sie doch wohl kein Problem! Senden Sie den Kollegen in den benachbarten Büros keine Emails, sondern laufen Sie hin und klären von Angesicht zu Angesicht, was es mitzuteilen gibt. Lassen Sie sich vom Taxifahrer nicht bis vor die Hautür chauffieren.
Diese Tipps werden Sie hören, wenn Sie einen Mediziner danach fragen, wie Sie gesünder leben könnten, ohne regelmäßig Sport zu treiben. Doch wie motiviert man sich zu mehr Bewegung im Alltag? Ein Schrittzähler, der morgens am Bein befestigt wird, kann hier Wunder wirken. Nur 2000 Schritte machen Sie zwischen dem Aufstehen und Zubettgehen – das werden Sie nach einem normalen Arbeitstag feststellen. Und das ist viel zu wenig, wie Ihnen jeder Arzt gern bestätigen wird. 10.000 Schritte sollten es sein, fünf mal so viele! Und schon haben Sie ein Ziel, für das es sich lohnt, auf manche Annehmlichkeit wie Aufzug und Auto zu verzichten.
Um sich langfristig mehr bewegen zu können, sind aber nicht nur Erledingungsgänge zwischen Wohnung und Büro oder am Arbeitsplatz hilfreich. Auch statische Koordinations- und Stabilitätsübungen nützen Ihnen – und das gleich auf zweierlei Weise: Arbeiten Sie im Büro zum Beispiel zwischendurch an einem Stehtisch, verringern Sie die Gewöhnung an Fehlhaltungen. Und wenn Sie dasselbe tun, während Sie auf einem Bein stehen, trainieren Sie zugleich Ihre stabilisierende und koordinativ wichtige Muskulatur durch Anspannung. Damit beugen Sie einem Risiko vor, dem Sie – jedenfalls statistisch betrachtet – im Rentenalter zusätzlich ausgesetzt sind: den Stürzen. Über-Sechzigjährige fallen häufiger hin. Sie haben also länger etwas davon, wenn Sie häufiger stehen und sich mehr bewegen.
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