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Fruchtbarkeit: Wie gut ist mein Sperma?

 

Fruchtbarkeit oder mangelnde Fertilität – ein Frauenproblem? Falsch gedacht. In 30 bis 40 Prozent der Fälle von unerfülltem Kinderwunsch liegt die Ursache bei uns Männern. Aber auch in anderen Situationen, wenn zum Beispiel eine flüchtige Affäre schwanger wird, möchte man gern wissen: Bin ich eigentlich fruchtbar, komme ich als Erzeuger überhaupt in Frage? Und: Wie finde ich das am schnellsten heraus?

Fruchtbarkeit verdankt sich meist einer gesunden Lebensweise, und sie sinkt oft mit wachsendem Übergewicht. Von einem Body Mass Index (Gewicht geteilt durch Körpergröße in Metern zum Quadrat) über 30 aufwärts ist die Fruchtbarkeit bei Männern mit einiger Wahrscheinlichkeit beeinträchtigt. Dafür sprechen mittlerweile viele Studienergebnisse. Der Grund dafür ist das Bauchfett, das Botenstoffe umwandelt und den Hormonhaushalt dadurch so stark verändern kann, dass die Spermaqualiät sinkt. Statistiken zufolge belegen deutsche Männer mit beiden Problemen – der schlechten Spermaqualität und dem Übergewicht – einen der vordersten Ränge in Europa. Sie sind von Fettleibigkeit zudem weit häufiger betroffen als Frauen. Ihre Fruchtbarkeit lassen sie aber weitaus seltener testen. Beim Urologen in ein Röhrchen zu onanieren, ist einfach kein richtiger Spaß.

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Fruchtbarkeit: Schafft eines meiner Spermien den Weg bis zur Eizelle? Es kommt auch darauf an, wie viele ich rausschieße

Fruchtbarkeit: Entscheidend ist die Zahl der Spermien

Entscheidend für die Spermaqualität ist die Anzahl der Spermien pro Ejakulat. Nur wer pro Schuss mehr als 20 Millionen der kleinen Zellen mit dem charakteristischen Geißelschwänzchen auf die Reise schickt, hat gute Aussichten auf Nachwuchs. Andererseits kommt es aber auch auf die Vitalität der Spermien an: Bewegen sie sich schnell? Halten sie die weite Reise bis zur Eizelle durch, oder sterben sie vorher ab? Weibliche Spermien gelten gemeinhin als überlebensfähiger. Männliche bleiben eher auf der Strecke. Vermutlich deshalb, sagt der emeritierte Wissenschaftler William H. James vom University College in London, „zeugen Männer, die beruflich hohen Belastungen wie zum Beispiel gefährlichen Substanzen ausgesetzt sind, eher Mädchen als Jungen“. Grundsätzlich gilt: Wer mit Umweltgiften hantiert oder raucht, mindert seine Spermaqualität.

Fruchtbarkeit: So testet man seine Spermaqualität

Was also tun, wenn man es genau wissen möchte? Wenn das Haus gebaut, der Baum gepflanzt, aber allem Sex zum Trotz immer noch kein Kind gezeugt ist? Zwei Wege führen zur Klarheit in der Frage der Fruchtbarkeit: Man kann zum Urologen gehen und sein Sperma untersuchen lassen. Oder man kann zu Hause einen Spermien-Schnelltest aus der Apotheke machen. Er zeigt wie ein Schwangerschaftstest in Farbstreifen an, ob man genügend Spermien hat oder weniger als 20 Millionen („eingeschränkt fruchtbar“). Oder sogar weniger als fünf Millionen („wahrschenlich unfruchtbar“). Ist man mit dem Ergebnis zufrieden, liegt es vielleicht doch an der Frau. Ist man unzufrieden und möchte eine Therapie zur Steigerung der Spermaqualität beginnen, wird der Gang zum Urologen unvermeidbar.

Philip Wolff
 

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