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Die Verräter im eigenen Bett: Chlamydien

 

Chlamydien gehören zu den häufigsten sexuell-übertragbaren Krankheiten. Das besonders heimtückische: Wer befallen ist, merkt es nicht unbedingt. Sie wollen wissen, ob Sie betroffen sein könnten und was Sie gegen die Bakterien tun können? Der Berater hat die Antworten.

Chlamydien oder genauer, Chlamydia trachomatis, sind Bakterien, die den Genitalbereich von Männern und Frauen befallen. Neben HIV, Tripper und was man sich sonst noch so an Sex-Andenken holen kann, reihen sich die Chlamydien nicht nur in die Reihe der Geschlechtskrankheiten ein – sie bilden sogar deren Spitze, denn: Chlamydien zählen zu den häufigsten sexuell-übertragbaren Krankheiten. Schätzungen gehen davon aus, dass jeder Zehnte in Deutschland einmal in seinem Leben in den „Genuss“ kommt.

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Chlamydien: Jeder Zehnte bekommt sie – und nur die Hälfte davon merkt es

Nicht jeder der Chlamydien hat, merkt es auch

Doch nur die Hälfte davon merkt es. Bei bloß knapp 50 Prozent der Erkrankten verraten sie sich: „Das Wasserlassen wird schwieriger, ist unangenehm und es kommt zu einem schleimigen Ausfluss“, erklärt Dr. Christoph Liebich. Der Rest bleibt ahnungslos, „weil das Immunsystem sie unterdrückt“. Eigentlich eine tolle Sache, dass der Betroffene immer noch eine Fifty-Fifty-Chance hat, ohne Beschwerden davonzukommen, aber: Auch wenn Sie nichts merken, wüten die Chlamydien und „fressen sich langsam durch die Kanälchen im Hoden“, sagt Liebich. Mögliche Folge: Unfruchtbarkeit.

Chlamydien verraten den Seitensprung

Ein anderer unschöner Nebeneffekt an den fiesen Bakterien ist die Vertrauensfrage, die Sie Ihrer Partnerin stellen müssen. Denn: Wie viele andere Geschlechtskrankheiten auch, kann man sie sich praktisch nur über den Sex-Partner zuziehen. Heißt: Wurden Sie positiv getestet und sind treu in Ihrer Beziehung – dann nimmt es Ihre Partnerin ziemlich wahrscheinlich nicht so genau mit der Monogamie. Chlamydien sind eine Schmiereninfektion. Das heißt, Sie verbreiten sich entweder beim Sex (oral oder vaginal), beim Küssen – oder wenn auf eine andere Art Sekret in Ihre Öffnung/Wunde gelangt. Sich die Bakterien selbst einzufangen, beispielsweise durch mangelnde Hygiene, ist nicht möglich. Der einzige Weg wäre noch, wenn „man an einem öffentlichen Ort mit dem Ausfluss einen Infizierten in Berührung kommt“, erklärt Liebich.

Mit Antibiotika sind Chlamydien kein Problem

Liebich empfiehlt: Wer regelmäßig Sex mit wechselnden Partnern hat, sollte sich unbedingt regelmäßig testen lassen. Dazu muss man nur eine Urin- und Sperma-Probe beim Arzt abgeben. Der kann dann rasch und schmerzlos mittels einer Art genetischen Fingerabdrucks erkennen, ob man betroffen ist. Die Heilung gestaltet sich dann recht einfach: Täglich Antibiotika nehmen und nach 14 Tagen sollten die Genital-Bakterien vernichtet sein. Wichtig ist aber auch, dass Sie sich zusammen mit Ihrer Partnerin behandeln lassen – ansonsten würden Sie sich die Bakterien hin und her schieben. Die beste Methode, um sich gegen Chlamydien zu schützen ist übrigens, wie bei allen Geschlechtskrankheiten: Safer Sex!

Maximilian Reich
 

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