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Blackout: So entsteht ein Filmriss

 

Es ist gerade so lustig, der Alkohol fließt in Strömen. Schnitt. Der nächste Morgen - und Sie haben keine Ahnung, was letzte Nacht noch passiert ist: Ein Blackout ist tückisch. Jetzt haben Forscher das Geheimnis des Filmrisses entschlüsselt.

Sie wachen auf. Ihr Kopf hämmert dumpf. Ihr Mund schmeckt, als wohne darin eine tote Katze. Langsam schlagen Sie das eine Auge auf, dann das andere. Sie liegen nur mit Socken bekleidet auf Ihrem Badezimmerboden. Was ist passiert? Ihre letzte Erinnerung: Sie ordern zwölf Tequilas in Ihrer Stammkneipe. Dann: Filmriss. Alles weg. Sie wissen weder, wann noch wie Sie nach Hause gekommen sind. Sicher hatten Sie auch schon einmal einen Blackout - unangenehme Sache. Verschiedene neue Studien haben jetzt endlich entschlüsselt, was bei einem Blackout in unserem Körper abgeht.

Blackout.jpg
Unangenehme Sache, so ein Blackout

Blackout: Das passiert im Gehirn

Forscher der „University School of Medicine“ in St. Louis/Washington (USA) fütterten Ratten mit verschiedenen Mengen an Alkohol. Anschließend untersuchten sie den in Scheiben geschnittenen Hippocampus des Gehirns. Das verblüffende Ergebnis: Nicht zerstörte Hirnzellen verursachen den Blackout, das hatte man bisher angenommen. Es sind die Schlüssel-Rezeptoren im Gehirn, die vom Alkohol durcheinandergebracht werden. Die sogenannte Langzeitpotenzierung wird verhindert, dadurch sind die Verbindungen zwischen den Nervenzellen geschwächt, welche wichtig fürs Lernen und das Gedächtnis sind. Im Gedächtniszentrum des Gehirns, dem Hippocampus, können eingehende Informationen nicht mehr richtig gespeichert werden, die Zellen kommunizieren nicht mehr richtig miteinander. Doch nicht nur im Hippocampus reagieren die Zellen so auf übermäßigen Alkoholkonsum, sondern auch die Funktion des Frontalhirns wird gestört. Die Fähigkeit sich zu entscheiden und die Kontrolle über Impulse funktioniert nicht mehr richtig. Die Folge: Betrunkene treffen oft sehr spontane und wenig durchdachte Entscheidungen.

Je mehr Blackouts, desto höher ist die Verletzungsgefahr

Eine groß angelegte Untersuchung der „University of Wisconsin“ brachte jüngst außerdem folgenden Fakt ans Licht: Je öfter man einen Blackout hat, desto höher ist das Risiko sich im Rausch zu verletzen. Das untersuchten die Forscher an mehr als 900 Studenten, die Hälfte von ihnen hatte im Jahr vorher mindestens einen Filmriss. Das Ergebnis: Schon zwei Blackouts lassen die Verletzungswahrscheinlichkeit um 60 Prozent in die Höhe schnellen, bei mehr als sechs Aussetzern ist das Risiko drei Mal so hoch.

Blackout: Ab 1,5 Promille wird es kritisch

Ab etwa 1,5 Promille wird es kritisch: Dann ist es sehr wahrscheinlich, einen Blackout zu erleiden. Doch natürlich entscheiden auch noch andere Faktoren darüber, ob man einen Filmriss bekommt oder nicht. Ob man davor etwas gegessen hat zum Beispiel. Oder auch ob man männlich oder weiblich ist. Frauen erwischt es wegen des unterschiedlichen Körperfettanteils viel öfter als Kerle ...

Angelika Zahn
 

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