Länger leben wollen wir alle. Doch was können wir dafür tun? Nicht rauchen, nicht Drachen fliegen, nicht Mitglied einer Sekte werden, die sich kollektiv umbringen will – klar. Und sonst? Auf die Ernährung achten, damit sollte es anfangen: weil das Altern eine natürliche Begleiterscheinung der Stoffwechselvorgänge im Körper ist, und diese wiederum durch Nahrungsaufnahme angetrieben werden. Deshalb lautet die erste Regel: Essen Sie nicht mehr als nötig. Essen Sie stets langsam und genussvoll, dann bemerken Sie Ihr natürliches Sättigungsgefühl. Essen Sie nicht darüber hinaus. Essen Sie die opulente Portion nicht auf und den großen Teller nicht leer, wenn Sie bemerken, dass Ihr Appetit gestillt ist. Warum, erklären wir Ihnen sofort.
Je mehr Nahrung den Körperzellen zugeführt wird, desto mehr Zucker verbrennen sie mithilfe von Sauerstoff. Dabei fallen instabile Sauerstoffmoleküle ab, die sogenannten freien Radikalen. Und die schädigen das Erbgut. Das heißt, die Gesundheit der Köperzellen sinkt mit jeder Teilung, also mit jeder neuen Zellengeneration, wenn die Zellen dank Ihres üppigen Essverhaltens immer allerbestens versorgt sind. Dann nämlich betreibt jede Zelle in erster Linie Wachstum, anstatt freie Radikale zu jagen, unschädlich zu machen und Erbgutschäden auszubessern. Letzteres können Körperzellen von Natur aus eigentlich ganz gut, wenn ihnen signalisiert wird, dass sie für den eigenen Erhalt kämpfen müssen und nicht sowieso gleich wieder die nächste Ladung Zucker erwarten dürfen. Teilen sie sich nur noch fröhlich immer weiter, ohne die Schäden im Erbgut auszubessern, entstehen degenerative Erkrankungen: Der Mensch altert.
Wichtig zu wissen in diesem Zusammenhang ist auch: Irgendwann passiert es sowieso. Zellen können sich nicht auf ewig immer weiter teilen. Die Sanduhr des Lebens läuft, denn mit jeder Teilung verlieren die Zellen Partikel an den Enden des Erbguts: Die sogenannten Telomere sind irgendwann aufgebraucht, und dann gibt es nur noch den Zelltod. Faltige Haut, die sich kaum noch erneuert, fleckige Haut, weil sich mit der Zeit stellenweise Erbgutschäden etablieren – das Altern ist, rein äußerlich betrachtet, nicht gerade schön. Aber es lässt sich, theoretisch zumindest, bremsen. Sie sollten dazu nicht nur die Nahrungsmengen, die Sie zu sich nehmen, auf ein gewisses Maß reduzieren, damit die Zellen Erbgutschäden selbst reparieren. Sie sollten auch auf Inhaltsstoffe achten. Denn manche Stoffe helfen den Zellen bei der Jagd nach freien Radikalen.
Um den agressiven Sauerstoffmolekülen, die Sie altern lassen, etwas entgegenzusetzen, essen Sie am besten Gemüse zu Ihrem Steak und trinken viel Kaffee. Denn Gemüse, Fleisch und Kaffee haben eines gemeinsam: Sie versorgen den Körper mit sogenannten Antioxidantien. Das sind Stoffe, die den freien Radikalen in den Körperzellen zu Leibe rücken helfen. Die wichtigsten Antioxidantien sind die Vitamine A, C und E, Beta-Carotin, Zink und Selen sowie Polyphenole und Phytoöstrogene. Vitamin C und Beta-Carotin finden Sie zum Beispiel in Paprika, ersteres auch in vielen weiteren Gemüsen sowie in Zitrusfrüchten und Beeren, letzteres vor allem in Möhren, Brokkoli, Kürbissen, Spinat, Tomaten und Grünkohl. Mit Zink und Selen versorgt Sie das tägliche Fleisch. Polyphenole bekommen Sie mit dem Kaffee und Phytoöstrogene mit Brot sowie anderen Getreideerzeugnissen. Sie müssen Ihren Speiseplan also nicht einschränken, sondern nur ein wenig auf Zusammensetzung und Menge achten, dann werden Sie mit einiger Wahrscheinlichkeit länger leben.
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