Gesund abnehmen wollen die meisten Hobbysportler, doch viele Methoden sind tückisch. Wer auf besonders schonende Weise Gewicht verlieren will, kann ebenso viel falsch machen wie einer, der sich ins volle Bewegungsprogramm stürzt. Dumme Werbeversprechen, falsche Trainer-Tipps im Fitnessstudio oder einfach nur ein Mangel an Informationen beim Aufstellen des Trainingsplans können den Erfolg schmälern. Und schlimmer noch: Schmerzen oder bleibende Schäden drohen. Wenn Fitnesssportler wichtige Details übersehen, können sie nicht gesund abnehmen.
Gesund abnehmen fängt im Kopf an – mit kritischem Verstand. „Es gibt einen großen Markt für völlig nutzlose Geräte“, warnt Martin Halle, Inhaber des Lehrstuhls für Präventive und Rehabilitative Sportmedizin der Technischen Universität München. Wer dem Versprechen diverser Apparate-Hersteller folgt, der Nutzer könne ohne großen Aufwand und eigene Bewegung gesund abnehmen, verschwendet bloß seine Zeit. „Fettrüttler zum Beispiel sind einfach ein Schmarrn“, sagt Halle. Körperfett wird verbrannt, wenn Muskeln arbeiten und der Mensch sich aktiv bewegt. Lässt er sich jedoch bewegen, schütteln und rütteln, geschieht rein gar nichts, was das Körperfett reduzieren könnte. Der Effekt geht gegen null – und fern bleibt das Ziel: gesund abnehmen.
Gesund abnehmen wird gern mit Milde dem eigenen Körper gegenüber verwechselt. Deshalb freuen sich Fitness-Einsteiger besonders, wenn der Trainer am Laufband oder Stepper dazu rät, dass sie sich mit niedriger Pulsfrequenz bewegen sollten. Natürlich sollte niemand sein Limit überschreiten und im anaeroben Bereich herumzappeln, auch dann ist das Training weitgehend nutzlos. Aber der niedrigfrequente, von Fitnesstrainern gern so genannte „Fettverbrennungsbereich“ ist ebenso eine Mär. „Je intensiver man sich belastet, desto mehr Energie wird gezogen und desto mehr Zucker und Fette werden verbrannt“, sagt der Sportmediziner Martin Halle. „Wer Gewicht verlieren will, muss sich anstrengen, möglichst intensiv, nur eben nicht im Übermaß.“ Dazu gehört, seine optimale Pulsfrequenz zu kennen, und die stellt kein Fitnesstrainer fest, sondern nur ein Arzt beim Laktattest. Dann kann der Hobbysporter gezielt an die eigenen Grenzen gehen und tatsächlich gesund abnehmen.
Gesund abnehmen – damit kann es losgehen, wenn der Sportler seine Belastungsgrenze kennt und sich eine Pulsuhr angeschafft hat. Die erlaubt es, sich gezielt an die größtmögliche Kraft- und Bewegungs-Intensität heran zu trainieren. Wer sich nicht über die eigenen Grenzen informiert, wird sich entweder zu wenig bewegen – oder eben zu viel: Dann schaltet der überlastete Körper auf einen Reservestoffwechsel um, und die gewünschten Effekte des Trainings bleiben aus. Die Leistung steigt nicht, und er kann nicht gesund abnehmen.
Gesund abnehmen heißt aber auch: Knochen und Gelenke schonen – vor allem, wenn sie ohnehin anfällig sind. Viele Menschen haben Knie- und Rückenprobleme, wissen davon aber oft erst, wenn nach den ersten Trainingstagen die Schmerzen kommen. „Wer gern joggt, aber Knieprobleme hat, sollte mit Walken beginnen und nebenher im Fitnessstudio die Oberschenkel trainieren“, rät Halle. Die Muskulatur wird das Knie beizeiten genügend unterstützen, und der Walker kann sich langsam und schrittweise zum Jogger steigern. Ähnlich ist es bei Läufern, die es im Rücken haben. Denen empfiehlt sich neben regelmäßigem Rückenmuskeltraining ein Einstieg übers Nordic Walking. Zudem sollten sie asphaltierte Joggingstrecken meiden und möglichst gut gepolsterte Schuhe tragen. Dann können auch sie nach einer gewissen Anlaufzeit gesund abnehmen.
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