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Bikram Yoga: So geht die Kunst der absoluten Selbstbeherrschung

 

Jetzt gibt es Yoga auch für die härtesten Kerle: Bikram Yoga – in den USA längst ein großer Trend. Schweiß, knappe Hosen und absolute Selbstbeherrschung stehen auf dem Programm. Was verbirgt sich hinter der Technik des Bikram-Yogas und warum müssen Sie zu allererst einmal Ihr Ego runterschrauben? Der Berater war im Yoga-Camp.

Wer noch dachte, Yoga sei nur etwas für Frauen und spirituell angehauchte Ökos in Wollsocken, wird beim Bikram Yoga definitiv eines besseren belehrt. Aus Amerika kommt die Yogaform, die auch die verwegensten Kerle an ihre persönlichen Grenzen bringt. „Das oberste Gebot: Den Raum nicht verlassen“, predigt Trainer Hans zu Beginn des Unterrichts in seinem Bikram-Yoga-Studio in Hamburg. „Wem schwindelig oder übel wird, macht eine Pause. Rausgehen ist verboten“. Bikram Yoga wird bei 40 Grad Raumtemperatur und 40 Prozent Luftfeuchtigkeit praktiziert. Wasser trinken ist erst nach 25 Minuten erlaubt. Schweißbäche und nackte Haut von Nebenmann- oder Frau sind also inklusive. Spätestens nach den ersten drei Übungen wird klar: Sogar das reglose Verweilen auf der Yogamatte wird zum Kampf mit dem eigenen Ich.

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So entspannend ist Bikram Yoga die meiste Zeit über nicht

Am Bikram Yoga beißt sich das eigene Ego die Zähne aus

„Beim Bikram Yoga lernt man, das persönliche Ego zu zügeln“, erklärt Hans, der selber aufgrund zahlreicher Lumbalgien zum Yoga kam. „Gerade für Männer ist es hart, an ihre eigenen Grenzen zu stoßen und sich einzugestehen, dass sie die Bewegungen niemals beherrschen werden. Yoga ist keine Sportart, der man irgendwann mächtig ist. Es ist eine Kunst, an der man sich sein Leben lang versuchen muss.“ Bikram Yoga besteht aus einer Serie von 26 besonders intensiv ausgeführten und zum Teil sehr komplizierten Übungen des Hatha-Yogas. Für alle Bewegungen bedarf es absoluter Körperbeherrschung. „Jede Übung wird zweimal hintereinander ausgeführt und bereitet optimal auf die nächste vor“, sagt Hans. Der Bikram-Yoga-Lehrer macht keine der Sets mit. Er leitet die Gruppe nur mit seiner Stimme durch die gesamten 90 Minuten. „Pain kills the pain“ lautet das Motto. Bis zu einem gewissen Maße sind Schmerzen, Übelkeit und Schwindel nicht nur erlaubt, sondern sogar wünschenswert. Das Herz-Kreislauf-System wird durch die ungewohnten Übungen stark gefordert und reagiert gerade anfangs entsprechend heftig. „Wenn du nichts spürst, hast du was falsch gemacht“, grinst Hans.

Bikram Yoga schaltet das Gehirn auf Stand-by

Der Vater des Bikram-Yogas, der Inder Bikram Choudhury, wurde 1946 in Kalkutta geboren. Schon im Alter von vier Jahren praktizierte er Hatha-Yoga. Mit zwölf wurde er der jüngste Yoga-Champion Indiens. Sein Guru schickte ihn in den Westen, um dort Hatha-Yoga zu unterrichten. Bikram stellte immer wieder fest, dass es Menschen in wärmeren Regionen um einiges leichter fiel, Yoga zu praktizieren. In den 60er-Jahren, als er eine Yogaklasse im kühlen Tokio unterrichtete, drehte er einfach die Heizung auf. Durch die Wärme im Raum soll das Blut schneller fließen und der Stoffwechsel angeregt und das intensive Dehnen von Muskeln, Bändern und Sehen ermöglicht werden. Zudem bewirkt die hohe Temperatur auch eine mentale Fokussierung auf den eigenen Körper. „Yoga brings your mind back to your brain“, sagt Bikram Choundry, der mittlerweile seit 38 Jahren in den USA lebt und dort sein Bikram Hot Yoga lehrt. Weltweit gibt es heute über 600 Bikram Yogastudios. Jeder Trainer muss von Bikram Choundry höchstpersönlich ausgebildet worden sein, um den Titel eines Bikram-Teacher tragen zu dürfen.

Wer Bikram Yoga praktiziert, kann länger

Eine gewisse Grundfitness und ein gesundes Herz-Kreislauf-System sind Vorrausetzungen zum Praktizieren von Bikram Yoga. Eine gewisse Grundfitness und ein gesundes Herz-Kreislauf-System sind Vorrausetzungen zum Praktizieren von Bikram Yoga. Vorkenntnisse aus anderen Yogaformen sind dagegen nicht nötig. Jede der 26 Übungen des Bikram-Yogas hat einen bestimmten Nutzen für den Körper. Konzentration, Willenskraft und Geduld werden gefördert, Stress abgebaut und Entspannung gewonnen. Die gezielte Kompression mit anschließendem Dehnen trainiert den gesamten Muskelapparat. Die Wirbelsäule wird flexibler, Muskulatur wird aufgebaut und die Körperhaltung insgesamt verbessert sich. Unter Sportlern ist Bikram Yoga eine beliebte Methode zur Prävention von Verletzungen. Die exakt aufeinander abgestimmten Übungen massieren zudem die inneren Organe und stimulieren die Drüsen. Das Körpergewicht wird reguliert, der Stoffwechsel angeregt und die Verdauung gefördert. Bikram Yoga soll dadurch auch eine potenzsteigernde Wirkung haben. Wer regelmäßig Bikram Yoga betreibt, wird also besser im Bett. Weitere Infos und eine Liste aller weltweiten Bikram-Yoga-Studios gibt es unter: www.bikramyoga.com

Karen Hensel
 

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