Hätten die Science-Fiction-Schriftsteller der 60-er Recht behalten, müssten wir uns mit schnöder Hausarbeit heute gar nicht mehr beschäftigen. Elegante, silbern glänzende Zweibeiner aus Metall läsen uns alle Wünsche von den Augen ab, servierten den Wein genau mit der richtigen Temperatur, schmorten die herrlichsten Braten und reinigten unsere Wohnung picobello, während wir im Büro oder auf der Baustelle ihre monatlichen Leasingraten verdienten. Tatsächlich aber lernen zweibeinige Universal-Roboter in den Labors immer noch grundlegende Fähigkeiten wie Laufen, Sprechen und Greifen. Das menschliche Heim ist offenbar eine derart komplizierte Umgebung, dass darin nur Spezialisten eine Chance haben: Die Roboter, die heute im Laden stehen, sind keine Multitasking-Genies. Sie können entweder staubsaugen oder wischen oder den Rasen mähen – und all das auch noch unterschiedlich gut.
Wer Staubsaug-Roboter wie den in mehreren Modellen erhältlichen Roomba vom amerikanischen Hersteller iRobot zum ersten Mal im Wohnzimmer wirbeln sieht, wird an 20 Jahre altes Technikspielzeug erinnert: Autos gab es da, die man nicht per Fernbedienung steuerte, sondern die sich über Versuch und Irrtum selbständig durch das Zimmer bewegten. Dieses Grundprinzip haben auch Roomba und all seine Brüder geerbt: Sie fahren, bis sie an ein Hindernis stoßen, und ändern dann die Richtung. Allerdings merken sich die Roboter mittlerweile, wo sie schon waren. Die Automatik-Putzhilfen haben durchaus einen Plan – nur weil man das von außen kaum merkt, zweifelt man beim Zuschauen unwillkürlich, ob ein Zimmer auf diese Weise je sauber wird. Doch das Prinzip funktioniert, auch wenn jeder ordentlichen Hausfrau die Haare zu Berge stehen. Besonders schmutzige Stellen merken sich die Maschinen sogar, um sich intensiv um sie zu kümmern. Nur in den Ecken schwächeln die Haushaltsroboter, was schon durch ihre runde Form zu erklären ist. Abgründe wie nach unten führende Treppen erkennen sie mit eigenen Sensoren. Zusätzliche Baken verraten, welche Bereiche die Roboter nicht betreten dürfen oder wo der Übergang in ein anderes Zimmer liegt. Ist der eingebaute Akku erschöpft, bewegen sie sich selbstständig an die Steckdose. Für das Leeren des Staubbehälters ist zum Teil noch menschliche Unterstürzung notwendig – und dieser Behälter ist kleiner als bei einem normalen Staubsauger. Die teureren Modelle kann man auch per Zeitsteuerung fahren lassen – etwa tagsüber, wenn alle Mitbewohner ausgeflogen sind. Ungeeignet sind die Saugroboter für Wohnungen in mehreren Ebenen – selbst wenn der Absatz nur zehn Zentimeter hoch ist. Empfehlenswerte Modelle: iRobot Roomba 580 – mit Zeitsteuerung, reinigt 80 Quadratmeter in einem Durchgang, 500 Euro Kärcher Robocleaner RC3000 – mit Zeitsteuerung, leert Staubbehälter selbst, auch für größere Räume, 15 Quadratmeter/Stunde, 1500 Euro
Das Angebot an Robotern, die statt trocken auch gleich nass reinigen, ist sehr übersichtlich. Wasser und Strom, das ist eine schwierige Kombination – deshalb kann man Wischroboter bisher auch nicht unbeaufsichtigt arbeiten lassen. Das Reinigungsergebnis ist unbefriedigend – vor allem angesichts der nicht unbeträchtlichen Investition in Gerät und Arbeitszeit (der Roboter holt sich schließlich Wasser und Putzmittel auch nicht automatisch). Sinnvoll könnte ein Wischroboter derzeit allenfalls für Anwender sein, die sich nur noch schlecht bewegen können, aber keine Putzfrau ins Haus lassen wollen. Oder für Menschen, denen es einfach Spaß macht, Maschinen bei der Arbeit zuzusehen und ihnen immer neuen Schmutz vorzuwerfen. Das darf man sich eben nur bei einem Roboter erlauben. Empfehlenswertes Modell: iRobot Scooba 385 – 430 Euro
Im Garten dürfen sich die Maschinen schon länger austoben. Wir wollen hier nicht das tiefe männliche Bedürfnis diskutieren, mit einem 50-PS-Traktor durch den Kleingarten zu tuckern – ein Rasenmäh-Roboter kommt ja sowieso nur für Käufer in Frage, denen diese Tätigkeit ein Gräuel ist. Roboter-Rasenmäher sind meist weniger intelligent als ihre Brüder im Haus, dafür haben sie mehr Muskeln, also KW. Das heißt aber, dass zunächst Vorarbeit nötig ist: In der Regel ist eine Induktionsschleife im Garten zu verlegen, die die Grenzen des zu bearbeitenden Bereichs markiert. Schließlich soll der Roboter ja nicht ungebeten auf dem nächsten Kinderspielplatz auftauchen. Die Mähstrategie sieht ähnlich chaotisch aus wie bei den Saugrobotern. Die Halme werden schön klein geschnipselt und bleiben als Mulch auf dem Rasen liegen. Das funktioniert, wenn man den Roboter so regelmäßig arbeiten lässt, dass er immer nur ein paar Millimeter absäbeln muss. Bei der Zeitsteuerung sollte man auch auf die Anwohner achten – die Roboter-Rasenmäher verbreiten nämlich nicht weniger Lärm als ihre nicht-elektronischen Vettern. Empfehlenswerte Modelle: Friendly Robotics Robomow RM400 – Rasenflächen bis 500 Quadratmeter, 1500 Euro Husqvarna Solar Hybrid Automower – Rasenflächen bis 2100 Quadratmeter, mit Solarzellen, 3000 Euro
nähere Informationen zu einzelnen Modellen: www.robotstore.de
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