Musikerkennung als Partygag: Als das iPhone neu auf den Markt kam, war es ganz einfach, einen Neuling zu beeindrucken und von den Vorzügen des Apple-Handys zu überzeugen. Man öffnete entweder iBeer, das ein frisch eingeschenktes Bierglas simulierte – oder das Programm Shazam. Denn damit muss man einfach nur das Handy zur Musik halten und schon verrät es den Namen des Songs, zeigt Youtube-Videos und gibt Kaufempfehlungen im iTunes-Musicstore. Alles frisch gefunden in den Untiefen des weltweiten Netzes.
Doch neuerdings kostet Shazam Geld – zumindest für alle Neuinteressenten. Wer das Programm schon hat, kann es weiter kostenlos benutzen – inclusive aller Updates. Das sind bisher geschätzte zehn Millionen User. Nicht zuletzt, weil Apple zum Marktstart monatelang mit der famosen Software in TV-Spots und gedruckten Anzeigen warb, ist das Programm ein solcher Renner geworden.
Shazam wird es zwar weiterhin als Gratis-Software geben. Doch wer erst jetzt downloaded, der darf nur maximal fünf Songs monatlich suchen. Außerdem bleiben Gratis-User bei zukünftigen Updates außen vor, seien es die textbasierte Suche, Musikempfehlungen oder die Shazam-Charts der meistgesucheten Songs. Die plötzliche Umstellung der Shazam-Anbieter auf Paid Content lässt einen Blick auf die Konkurrenz lohnenswert erscheinen.
Da wäre zum Einen “MusicID”. Es ist billiger (3 Dollar statt 5) und funktioniert auch mit Songtexten. Vor allem aber: Es ist schneller als Shazam. In unserem Test benötigte es mit acht Sekunden nur die Hälfte der Shazam-Zeit, um Aretha Franklins “A Rose Is Still a Rose” zu erkennen. MusicID gibt es derzeit nur für das iPhone. Außerdem erlaubt MusicID, ein Lied zu suchen, indem man einen Titel oder auch nur einen Teil des Liedtextes eintippt.
Ebenfalls als Musikerkennungssoftware arbeitet Midomi, das für 5 Dollar zu haben ist. Es arbeitet noch schneller als MusicID und fand den Aretha Franklin-Song bereits nach kaum sieben Sekunden. Überdies geht Midomi sogar noch einen Schritt weiter als die beiden Konkurrenten: Bei Midomi kann kann man den gesuchten Song selbst ansingen oder auch nur summen – und das Programm sucht nach dem passenden Original.
Alle drei Programme denken weiter und schlagen dem Benutzer neue Lieder vor, die ihm – auf Bassis seiner Suche – vielleicht auch gefallen könnten. Shazam empfiehlt fünf ähnliche Lieder, MusicID sogar zehn, während Midomi statt spezieller Songs gleich ein paar ähnliche Künstler vorschlägt.
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