Ob am Flughafen oder im Zug: Es ist schlichtweg unmöglich, sämtliche Gepäckstücke dauernd im Blick zu haben. Noch dazu arbeiten Profidiebe mit bewusster Ablenkung – während Sie sich nach einem laut streitenden Pärchen umdrehen, hat sich der Ganove längst ihren Koffer oder ihr Notebook gegriffen. Wer sich dagegen schützen will, denkt zunächst an eine Alarmanlage. Die gibt es auch für Reisegepäck, und das für weniger als 20 Euro. Wirklich effizient ist diese Lösung aber nicht: Die Sirene erschallt meist, wenn der Koffer bewegt wird. Vorausgesetzt, ihr Besitzer hat sie vorher aktiviert. Und wehe, er vergisst, vor dem Weitergehen den Alarm wieder auszuschalten...
Wesentlich cleverer sind da elektronische Wachhunde, die dauernd den Abstand zu ihrem Herrchen überprüfen. Solche Systeme bestehen aus zwei Komponenten: einem Sender, der im Koffer versteckt wird, und einer speziellen Software fürs Handy. Über den in viele Mobiltelefone eingebauten Bluetooth-Funk bauen beide Komponenten eine dauerhafte Verbindung auf. Erst wenn die zu schwach wird, der Koffer sich also aus irgendeinem Grund von seinem Besitzer entfernt, ertönt der Alarm. Das Ein- und Ausschalten übernimmt dabei das Handy, man braucht also nicht an dem im Koffer untergebrachten Sender zu hantieren. Einziger Nachteil: Die Akkukapazität des Sendemoduls im Gepäck ist begrenzt – nach der Reise muss man die Batterie wieder aufladen. Empfehlenswerte Geräte: − Nio, 50 Euro pro Modul − Bluwatchdog, 80 Euro pro Modul
Vielleicht haben Sie sich auch schon mal gefragt, wozu der senkrechte Schlitz an der Rückseite Ihres Notebooks dient. „Kensington Lock“ heißt dieses Feature in der technischen Beschreibung des Geräts. Die Bezeichnung führt in die Irre, denn die Einkerbung ist kein Schloss – sie dient vielmehr dazu, darin ein verschließbares T-Stück zu arretieren, an dem zum Beispiel ein Sicherungs-Stahlseil hängen kann. Erfunden wurde das Verfahren von der Firma Kensington, und die bietet natürlich auch die passenden Schlösser an (www.kensington.com). Damit das Stahlkabel aber einen Sicherheitsgewinn bringt, braucht das Notebook etwas Stabiles zum Festhalten – vielleicht ein Heizungsrohr? Gegen Angreifer mit entsprechend großem Seitenschneider hilft das Seil allerdings kaum – und kiloschwere Sicherungsbügel wie für ein teures Rennrad wird niemand mit sich herumtragen. Hinzu kommt, dass auch die Einkerbung am Notebook eine Schwachstelle ist: das T-Stück kann man oft mit Gewalt aus dem Gehäuse brechen. Eine Alternative bietet Targus mit dem „Defcon VPKL“ (mit Schlüssel) oder „Defcon VPCL“ (mit Codeschloss): diese Schlingen befestigt man am Monitor-Ausgang.
Und wenn das Notebook trotz aller Vorsicht den Besitzer wechselt? Dann helfen womöglich so genannte Trackingdienste. Manche Notebook-Hersteller, etwa HP, bieten das Geschäftskunden als Zusatzservice an. Mit Programmen wie dem PC Locator kann man sich aber diesen Dienst auch selbst einrichten. Die Software lauert versteckt, so dass der Dieb sie (hoffentlich) nicht bemerkt. Das Notebook meldet sich dann, sobald es irgendwo ans Internet angeschlossen wird. Über die so gewonnenen Daten freut sich die Polizei – sie kann dann mit Hilfe des Internet-Zugangsanbieters ermitteln, wo sich der Laptop befindet.
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