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Traktor fahren für Anfänger

 

Im Prinzip unterscheidet sich Traktor fahren gar nicht so sehr vom Auto fahren: Es gibt Lenkrad, Gas, und Kupplung, und bei den neuen Treckern läuft quasi alles mit dem Computer. Aber wie fährt sich so ein Traktor-Oldtimer? Der Berater hat eine Anleitung für Anfänger.

Hier erst einmal ein paar Details. Wir gehen von einem richtigem Oldtimer-Traktor aus, einem Schmuckstück unter den Zugmaschinen, einem McCormick Farmall D-324. Von denen wurde zwischen 1956 und 1962 knapp 25.000 Stück gebaut. So ein Traktor wiegt etwa 1,3 Tonnen, hat sechs Gänge plus Rückwärtsgang und einen dreizylindrigen Viertaktmotor.

Traktor_fahren.jpg
Traktor fahren ist gar nicht so schwer

Traktor fahren: Alles wie gehabt?

Bei einem so alten Traktor, der nicht mit Automatikgetriebe läuft, gibt es zwei Fußschalter. Links vom Lenkrad ist die Kupplung, rechts ist Bremse und noch weiter rechts das Gaspedal. So weit, so gut. Auch Handbremsen erkennt man sofort, sie sehen aus wie Handbremsen, nur größer. Die Schaltung ist meist eine normale H-Schaltung und ist mittig, vor dem Lenkrad und zwischen den Beinen des Fahrers angeordnet. Über alles Weitere, etwa die Bedienung eines Pflugs, machen wir uns jetzt keine Gedanken. Wir gehen davon aus, dass wir die Arbeit schon hinter uns haben und nach dem Pflügen die schöne Bauertochter vom Nachbarhof besuchen fahren.

Traktor fahren: vorglühen

Ein Traktor, früher wie heute, läuft mit Diesel. Und gerade bei alten Dieselmotoren heißt es: vorglühen. Dafür ist das Vorkammerglühsystem da, das mit einem kleinen Hebel aktiviert wird. Den Hebel hebt man bis zu einer Arretierung an und hält ihn für etwa eine halbe Minute. Dann kann der Motor gestartet werden. Prinzipiell kann der Traktor gleich im zweiten Gang gestartet werden. Das macht auch Sinn, denn wenn man schneller (oder langsamer) fahren will, ohne den Drehzahlmesser zum Explodieren zu bringen, muss man zwischenschalten.

Traktor fahren: zwischenschalten

Gerade alte Maschinen, wie der McCormick sind nicht synchronisiert. Das heißt, das Getriebe ist nicht in der Lage, die höhere Drehzahl des niedrigen Ganges an die niedrigere Drehzahl des höheren Ganges anzupassen. Man muss einen Vorgang einlegen, wenn man tiefer, oder Doppelkuppeln, wenn man höher kuppeln möchte. Um herunterzuschalten, treten wir das Kupplungspedal durch, schalten in den Leerlauf, lassen das Kupplungspedal wieder los, geben kurz Gas und legen danach den niedrigen Gang ein. Doppelkuppeln funktioniert genau andersrum, nur ohne das Zwischengas. Auskuppeln, Leerlauf, Einkuppeln. Das Getriebe fährt von selbst runter.

Traktor fahren: selbst machen

Um Traktor auf einem Privatgrundstück zu fahren, braucht man keinen Traktor-Führerschein. Wer sich selbst mal auf einen Oldtimer setzen möchte, kann etwa hier eine Fahrt buchen. Wer einen Führerschein für Zugmaschinen machen möchte, kann sich hier informieren.

Thomas Rattinger
 

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