Nicht selten muss man in der Werkstatt – vor allem in Vertragswerkstätten – für einen Ölwechsel rund 150 Euro bezahlen. Und das, obwohl das selbe Öl beim Händler nur die Hälfe dessen kostet, was der Werkstattchef verlangt (Ausnahme Longlifeöl: Dies ist teurer, hat aber dafür auch längere Tauschintervalle). Der Ölfilter? Fällt auch nur mit ein paar Euro ins Gewicht. Sprich: Beim Ölwechsel langen die Herren Profischrauber richtig zu. Dabei ist es eigentlich nicht viel Arbeit. Warum den Ölwechsel also nicht selbst machen?
Was braucht man also für einen Ölwechsel?
Als erstes sollte man das Auto eine Zeitlang laufen lassen, am besten einige Kilometer fahren. Denn das Öl sollte warm und gut durchgemischt sein, so dass keine Abriebrückstände im Motorblock verbleiben. Das Dumme beim Ölwechsel: Man kann das Auto dafür nicht aufbocken – es soll ja gerade stehen, damit das Öl abfließt. Entweder hat man also eine Hebebühne zur Verfügung oder muss drunter kriechen. Die Ölablass-Schraube sitzt immer am tiefsten Punkt der Ölwanne – es soll ja schließlich die ganze Suppe ablaufen.
Dann wird es ernst: Man stellt das Auffanggefäß (unbedingt darauf achten, dass es groß genug ist für die Ölmenge!) unter die Schraube. Dabei einen Lappen zur Sicherheit bereithalten. Mit dem Ringschlüssel die Schraube lösen. Sobald sie locker ist, die Schraube mit der Hand herausschrauben – immer bereit, sie beiseite zu ziehen! Denn dann läuft das Altöl mit einem kräftigen Strahl heraus. Typischer Anfängerfehler (wenn auch nicht tragisch): Dass die Ablass-Schraube in das Auffanggefäß plumpst... Nun am besten den Öleinfülldeckel abnehmen, dann läuft die Soße schneller ab. Noch schneller läuft das Altöl ab, wenn der Ölfilter entfernt ist. Dieser ist per Rechtsgewinde irgendwo am Motorblock befestigt. Runter geht er folgendermaßen: Mit dem Ölfilterschlüssel den Filter umfassen, aufdrehen – fertig. Auch hier wird ein wenig Öl rauskommen, also einen Kübel bereithalten.
Wenn das ganze Altöl abgelaufen ist, das Ablassgewinde abwischen und die Ablass-Schraube wieder eindrehen – diese vorher jedoch mit einem neuen Dichtring aus Kupfer versehen. Die richtige Größe weiß der Autoteilehändler. Mit Gefühl gut festziehen, jedoch nicht festknallen! Beim neuen Ölfiter geht es noch einfacher: Die Gummidichtlippe an der Vorderseite ein wenig mit Öl bestreichen und nur mit der Hand kräftig anziehen. Bloß keine Zange verwenden, sonst ist er kaputt! Nun kann man das neue Öl oben am Ventildeckel einfüllen (Spezifikation und Menge bitte der Gebrauchsanweisung des Fahrzeugs entnehmen). Wer sich unsicher ist, ob die Ablass-Schraube fest genug ist: Erst mal einen halben Liter einfüllen und nach zehn Minuten überprüfen, ob es tropft. Nur eines nicht vergessen: Altöl ist umweltschädlich! Der Händler, der Ihnen das neue Öl verkauft hat, ist verpflichtet, die selbe Menge Altöl entgegen zu nehmen und umweltgerecht zu entsorgen. Kosten für den Ölwechsel: Nur den Einkaufspreis für das neue Öl aus dem Handel und ein paar Zerquetschte...
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