Jeder hat schon mal davon gehört: Der Verzehr von Austern soll die Libido steigern. Also einfach schnell ein paar Stück der teuren Delikatesse schlürfen – und ab in die Kiste? Wir gehen dem Mythos "Aphrodisiakum Austern" auf den Grund.
Sie gehören zur Klasse der Muscheln und heißen mit wissenschaftlichem Namen „Ostreidae“ (lat. ostreum = Knochen). Austern gibt es auf der ganzen Welt. Ihr bevorzugter Lebensraum: Felsen in flachen Gewässern, an denen sie Ebbe und Flut ausgesetzt sind. Durch eine extrem dicke Schale aus einer Mischung aus Calciumcarbonat und Conchin schützen sie sich vor ihren Feinden. Übrigens: Die Auster kann gleichzeitig sowohl Männlein als auch Weiblein sein.
Schon die alten Griechen waren sich sicher: Austern regen die Lust an. Das Wort Aphrodisiakum ist sogar von der „vom Schaum des Meeres geborenen“ griechischen Liebesgöttin Aphrodite abgeleitet – und die entstieg wunderschön einer Auster. Auch die Römer servierten die Muschelart bei ihren exklusiven Gelagen. Der Mann, der am meisten auf die Wirkung der Auster vertraute, war der legendäre Frauenheld Giacomo Casanova. Er verspeiste angeblich bis zu 50 Austern pro Tag, um bei seinen zahlreichen Geliebten nicht schlapp zu machen.
Kalium, Phosphor, Natrium, Kalzium, Magnesium, Eisen, Kupfer und dazu die Vitamine A, B, D und E: Austern sind wahre Mineralstoff- und Vitaminbomben. Die aphrodisierende Wirkung wird der Tatsache zugeschrieben, dass Austern extrem reich an Zink sind. Mit nur einer Auster lässt sich der Tagesbedarf eines Erwachsenen decken. Zink unterstützt den männlichen Körper dabei, das Sexualhormon Testosteron zu bilden. Doch reicht das aus, um für mehr Standhaftigkeit zu sorgen?
Fest steht: Der Mangel an Zink kann bei Männern zu Impotenz führen. Doch gilt auch der Umkehrschluss? Wissenschaftlich einwandfrei bewiesen ist die Lust steigernde Wirkung von Austern nämlich nach wie vor nicht. Klar, die Form der Auster regt die männliche Fantasie an, denn sie lässt sich mit einem kleinen bisschen Vorstellungskraft durchaus mit einer weiblichen Vagina vergleichen. Der Placebo-Effekt ist also auch nicht zu unterschätzen.
Seien wir mal ehrlich: Austern sind schlabberig, salzig, versnobt. Man muss sie wirklich mögen, um beherzt zugreifen zu können. Wenn das bei Ihnen der Fall ist: Hoffen Sie einfach, dass die magische Muschelwirkung einsetzt. Wenn nicht, ist unser Tipp: Wählen Sie statt dessen eine feine Tafel Schokolade. Die drei überzeugendsten Argumente: 1. Kakao setzt Glückshormone frei. 2. Sie schmeckt definitiv besser. 3. Frauen LIEBEN Schokolade! Und wenn SIE glücklich ist, klappt’s auch im Bett...
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