Unter Medizinern ist der G-Punkt ein wunder Punkt: Seit Jahren streiten sich Fachleute darüber, ob es ihn überhaupt gibt. Für jene aber, die an den G-Punkt glauben, ist er ein Wunderpunkt. Und jeder Mann, der den G-Punkt seiner Partnerin schon mal gefunden hat, weiß: Die Suche lohnt sich.
Seinen Namen verdankt der G-Punkt einem Gynäkologen namens Ernst Gräfenberg. Der deutsche Mediziner untersuchte 1944 eine Vagina und machte dabei eine unglaubliche Entdeckung: Wenn eine bestimmte Stelle im Innern der Vagina stimuliert wird, bekommt die Frau einen Orgasmus. Und zwar nicht irgendeinen, sondern einen Super-Orgasmus. Der G-Punkt-Orgasmus ist die Champions-League der weiblichen Erregung. Der gewöhnliche klitorale Orgasmus ist die Bezirksklasse. Kein Wunder also, dass bis heute Männer mit und ohne Medizin-Diplom versuchen, diese Stelle zu lokalisieren. In den 80-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts verfassten drei amerikanische Gynäkologen ein komplettes Buch über den G-Punkt. Sie waren es auch, die die verheißungsvolle Stelle nach Gräfenberg benannten: G-Spot. Zu deutsch: G-Punkt. Bis heute konnte allerdings nicht wissenschaftlich nachgewiesen werden, dass es den G-Punkt tatsächlich gibt.
Falls es ihn gibt, finden Sie folgendermaßen hin: Das, was seine Anhänger für den G-Punkt halten, ist eine erogene Zone in der Mitte der oberen Scheidenwand, etwa fünf Zentimeter von der Scheidenöffnung entfernt. Die Stelle ist ungefähr so groß wie die Fläche einer Ein-Euro-Münze. Weshalb die Bezeichnung "G-Zone" eigentlich viel passender ist, als "G-Punkt". Die gute Nachricht: Jede Frau hat diese Stelle. Die schlechte: Jede Frau reagiert anders auf ihre Stimulation. Das ist sogar wissenschaftlich erwiesen. Da hilft nur eines: ausprobieren!
Dennoch hat sich aus dem G-Punkt-Mythos eine komplette Industrie entwickelt. Schönheitschirurgen haben den G-Punkt als Geldquelle entdeckt. Per Injektion vergrößern sie den G-Punkt jeder Frau, die es sich leisten kann. Aus der Ein-Euro großen Fläche machen die Chirurgen eine Fläche so groß wie ein Fünf-Mark-Stück. Dadurch soll die Erregbarkeit der Frau erhöht werden. Ob das bei jeder Frau funktioniert, steht auf einem anderen Blatt.
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