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Alle Macht dem Busen – aber wieso?

 

Im Top zum Kinn gedrückt, im Korsett sorgsam verschnürt oder ganz brach vor uns liegend – der weibliche Busen raubt uns immer wieder den Verstand. Doch worin liegt eigentlich seine spezielle Anziehungskraft? Der Berater weiß es.

Dass wir Männer einer Frau als allererstes auf den Busen starren, ist wissenschaftlich nicht erwiesen. Das bestätigen ebenso viele Untersuchungen wie jene, die es wiederlegen. Unzweifelhaft ist aber, dass das Dekolleté eine anziehende Wirkung auf uns hat – und die Frauen wissen das auszunutzen. Die Deutsche Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (kurz DGÄPC) gibt an, dass die Brustvergrößerung 2009 den zweiten Platz der meisten Schönheitsoperationen belegte.

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Der weibliche Busen: ein sinnloses Geschenk der Natur oder wichtige Erfindung?

Der Busen ist das Abbild des Popos

Aber wieso baumelt der Busen überhaupt da vorne? Nur zum Stillen brauchen ihn unsere Frauen jedenfalls nicht. Tiere begnügen sich dafür mit bloßen Zitzen und selbst die uns so nahen Affenweibchen haben höchstens während der Stillzeit einen gefüllten Busen - der anschließend wie ein zertretenes Tetra-Pack wieder zusammenfällt. Die einzigen Lebewesen, die einen immer runden Busen haben, sind wir Menschen. Und wir sind auch die einzigen, die sich aufrecht durch die Welt bewegen. Zufall? Jedenfalls nicht für die Forscher. Sie glauben viel eher, dass der Busen sich wegen des aufrechten Ganges entwickelt hat. Solange die Urzeitfrau noch auf allen Vieren durch die Höhle kroch, hätte ein Doppel D Körbchen sicher nur unangenehm am steinigen Boden gescheuert. Nicht sehr verführerisch, so ein wundgescheuerter Nippel. Stattdessen warben sie mit ihrem Po, den sie als sexuelles Lockmittel zur Schau stellten. Als unserer Vorfahren später anfingen sich aufzurichten, begann man von Angesicht zu Angesicht um Sexualpartner zu werben. Das Problem dabei: Das Hinterteil verschwand aus dem männlichen Blickfeld; es fehlte dem Mann der Anreiz. Damit die Frau trotzdem die Herren der Höhle umwerben und sie in sexuelle Ekstase versetzen konnte, so vermuten viele Wissenschaftler, bildete sich vorne bei der Frau der Busen als Abbild der Pobacken. Als kleine Selbstkontrolle: Wenn beides aus der richtigen Perspektive fotografiert wurde, ist es unmöglich auf einem Bild zu erkennen, ob man gerade ein Paar Brüste oder einen Po betrachtet (man spricht daher auch vom „Maurer-Dekoletté“).

Die Natur hat uns dazu erzogen, auf den Busen zu achten

Warum wir aber nun so hypnotisch auf das Front-Hinterteil glotzen? – Darauf hat uns nach Meinung der Evolutionsbiologen die Natur gepolt. Denn um unseren Fortbestand sicherzustellen, sind wir bei der Partnersuche darauf getrimmt, stets auf die Fruchtbarkeit zu achten. Als Indiz dafür behalten wir Herren die weiblichen Brüste im Auge. Das liegt daran, dass der Busen zum Großteil aus Fett besteht. Gerade für die Urzeitmenschen, die sich mit Nahrungsknappheit herumschlagen mussten, waren Fettreserven wichtig. Nicht nur zum Überleben, sondern für die Frauen, früher wie heute, auch um Kinder bekommen zu können. Denn: Für den weiblichen Eisprung (die Grundvoraussetzung einer Schwangerschaft) braucht der Körper Fett. Ohne das findet es der Körper nicht lohnenswert, in eine Schwangerschaft zu investieren. Deshalb haben Leistungssportlerinnen auch häufig große Probleme, Kinder zu bekommen.

Der Busen verrät uns ihr Alter

Aber: Warum fangen wir dann bei fetten Oberschenkeln nicht erregt das sabbern an? Prof. Dr. Frank Marlowe von University of California sagt dazu: „Zwar ist das Fett in den Brüsten ein etwas anderes, das sich besonders zum Stillen eignet, trotzdem muss begründet werden, warum es gerade im Busen angesiedelt ist.“ Er ist überzeugt, dass wir auf den Busen nicht nur so versessen sind, weil er uns verrät, wie viele Fettreserven die Damen vor sich herschieben – er sagt uns auch, ob sie überhaupt schon im geschlechtsreifen Alter sind. Während seiner Zeit an der Harvard Universität hat er das Thema näher studiert und begründet seine Theorie damit, dass den Frauen der Busen während der Pubertät wächst. „Er hat damit die Funktion, den Männern mitzuteilen, dass sie jetzt in einem Alter ist, in dem sie Sex haben kann.“ Frauen die gerade geschlechtsreif wurden, sind am fruchtbarsten. Das bedeutet: „Ein Mann, der eine 18-Jährige heiratet, kann mehr Kinder zeugen, als mit einer 30 Jährigen.“ Wie alt die Frau ist, verraten ihre Brüste. Junge – und damit besonders geschlechtsreife Frauen – haben runde, feste Brüste. „Mit dem Alter verändern diese ihr Erscheinungsbild und werden schlaffer“. Damit dürfte die Sache also klar sein: Wir Männer, liebe Frauen, schielen in pralle Dekolletés nicht aus sexueller Notgeilheit, sondern weil wir uns so sehr nach einem Kind sehnen.

Maximilian Reich
 

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