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Der Kopierer als Flirthelfer

 

Wie gut, dass es sie gibt: Flirthelfer sind für einen da, wenn es bei der Paarungsanbahnung klemmt. Zum Beispiel: der Kopierer

Der Mann von heute verbringt mindestens ein Drittel seines Lebens am Arbeitsplatz, manche sogar fast die Hälfte. Das macht eine Durchschnittsdauer von 30 Jahren aus. Doch sollte deswegen niemand traurig sein: All diese wundervollen Frauen würden wir sonst nicht treffen. Denn den Damen von heute geht es nicht anders! Wir treffen jeden Morgen auf diese wundervollen Geschöpfe, und unser Los der Lohnknechtschaft vereint uns umso mehr.

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Der Kopierer: kuschelige Atmosphäre für den Flirt am Arbeitsplatz

Der Kopierraum: an Intimität nicht zu übertreffen

Doch ist das Problem einer tadellosen Repräsentanz am Arbeitsplatz für den kleinen Buchhalter nicht geringer als für den Geschäftsführer, genausowenig für die Sekretärin wie für die Vorstandsvorsitzenden: Misstrauisch observiert die Kollegenschaft unsere Kantinengespräche, wer mit wem in vertraulichem Ton telefoniert oder gemeinsam nach Feierabend in der Tiefgarage verschwindet. Doch einen Ort gibt es, der an Verschwiegenheit und Intimität kaum zu übertreffen ist: der Drucker- und Kopiererraum.

Herzlich willkommen: die Tücken der Technik

Denn dieser Ort besticht sowohl durch seine wunderbare Enge, seine Abgeschiedenheit und auch die Notwendigkeit, ihn persönlich aufzusuchen. Einem Mann bietet der Platz am Kopierer die Möglichkeit, die Angebetete endlich in ein Zwiegespräch zu verwickeln. Um etwa zu einem gemeinsamen Nachbearbeiten von Akten aufzufordern – was selbstverständlich dann die Stärkung durch ein gemeinsames Abendessen erfordert. Niemand wird sich daran stören, wenn Ihr Arbeitsplatz eine gewisse Zeit verwaist bleibt: Die Tücken der Technik sind bekannt, wenn Papierstau das Kopieren erschwert oder gar ein Tonerwechsel ansteht.

Reparaturen sind Männersache - und beeindrucken die Frauen

Einer Frau wiederum ermöglicht gerade die technische Anfälligkeit des Kopierers, auf die körperliche Kraft und Geschicklichkeit ihres Kollegen zurückzugreifen: Wenn es ums Reparieren und Heben geht, ist auch in unserer Bürogesellschaft eine Frau eine Frau und ein Mann ein Mann. Und die körperliche Nähe, die sich in einem solchen Kämmerchen bei derartigen Reparaturen und Manipulationen ergibt, unterstützt durchaus das Ansinnen eines Mannes – die Verführung der Kollegin nämlich.

Der Kopierer als Übermittler gewagter Nachrichten

Schüchterne Zeitgenossen können auf die Sig­nalmöglichkeiten zurückgreifen, die ihnen das Subjekt dieses Raums, der Drucker selbst, bietet: Indem sie zur rechten Zeit der begehrten Dame eine Nachricht auf Papier senden. Reizvoll, jedoch riskant. Denn dabei ist perfektes Timing von unbedingter Notwendigkeit! Sollte sich nämlich statt der Dame gerade Ihr Vorgesetzter in diesem Raum befinden und versehentlich Ihre amouröse Botschaft erhalten, ist dies schlimm. Fliegt diese jedoch der von der Natur weniger gesegneten (und daher meist chronisch übellaunigen) Kollegin zu, ist dies weitaus schlimmer! Besser also, man schreite selbst zur Tat.

Rückzugsmöglichkeit für ein Schäferstündchen

Fortgeschrittenen Paaren bietet das Kämmerchen natürlich auch eine gewisse Rückzugsmöglichkeit. Für ein Schäferstündchen, eine kleine Erholungspause von den Mühen des Alltags. Von Ablichtungen diverser Körperteile auf dem Kopierer sei an dieser Stelle jedoch dringend abgeraten! Auch erwischen lassen sollte man sich keinesfalls – eine gemeinsam erhaltene Kündigung hat noch kein Pärchen enger zusammengeschweißt. Doch ohne Zweifel macht diese Gefahr auch den Reiz aus, der die Herzen höherschlagen lässt.

Klaus Mergel
 

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