Kaum sind Sie bei Facebook angemeldet, stecken Sie in der Klemme: Ihr Chef oder die nervige Kollegin haben Ihnen eine Freundschaftsanfrage geschickt. Bestätigen Sie die Anfrage, würden Sie erfahren, dass die Kollegin gerne Leggins trägt und in Andalusien Wanderurlaub macht. Sie sehen den Chef in Freizeitklamotten und immer die neuesten Babyfotos seiner Kinder. Wollen Sie das wirklich?
Sie sind bei Facebook bereits mit der halben Belegschaft befreundet? Dann ist es eher schwierig, den Chef nicht anzunehmen. Versuchen Sie, Privates und Berufliches zu trennen. Ansonsten können Sie darauf verweisen, dass Sie nur mit wirklich guten Freunden über Facebook vernetzt sind und auf Business-Netzwerke, wie zum Beispiel Xing, ausweichen.
Dank Facebook wissen alle, dass Sie verschlafen haben, Sie aber noch in Ruhe zum Bäcker gefahren sind, wo Sie bei der unfreundlichen Bedienung ein Rosinenbrötchen gekauft haben. Angekommen im Büro stellen Sie fest, dass der Kollege wieder mal Ihre Zeitung genommen hat. Das ist ja alles wahnsinnig interessant. Man könnte aber den Eindruck bekommen, dass Sie zu viel Zeit haben, weil Sie jeden Schritt dokumentieren. Dosieren Sie Ihren Informationsfluss - Ihrer Umwelt zuliebe.
Sie sind bei Facebook also doch mit Ihrem Chef vernetzt und haben wohlweislich alle kompromittierenden Fotos von Ihnen aus Ihrem Profil gelöscht. Sehr gut! Das heißt aber auch, dass Sie nicht einfach die peinlichen Fotos von Ihrem Chef von der letzten Betriebsfeier ins Netz stellen können. Das könnte Ärger geben.
Die nette Blondine, die Sie Samstag bei einem Freund kennen gelernt haben, „stupst“ Sie an – Sie haben anscheinend alles richtig gemacht. Ein Stupser unter Freunden kann sehr nett sein. Machen Sie das bitte nicht bei beruflichen Kontakten. Das wirkt sonderbar. Noch viel schlimmer sind aber User, die ständig über diverse Quiz-Applikationen mitteilen, welcher Vampir-Typ zu ihnen passt oder welche Biersorte man ist. Ziemlich kindisch: Facebook-Nutzer, die ihre Freunde permanent um Tiere oder Pflanzen für ihre imaginären Farmen anflehen.
Sie sind sich schon lange sicher, dass Sie total unterbezahlt sind und Ihr Vorgesetzter ein Vollidiot ist? Teilen Sie das bitte nicht allen Leuten auf Facebook mit. Auch wenn Ihr Chef nicht mit Ihnen verknüpft ist, kann sich das schnell herumsprechen. Personalabteilungen und Vorgesetzte schauen auch schon vor dem ersten Bewerbungsgespräch im Internet nach und holen sich alle Informationen über einzelne Personen, die verfügbar sind.
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