Es hat sich zu einer automatischen Floskel entwickelt, dieses „Guten Appetit“. Manche Leute behaupten, dass dies nur der Koch oder die Hausfrau zu den Gästen sagen dürfe. Andere meinen, dass sich das gegenseitige Wünschen von „Guten Appetit“ generell nicht (mehr) schickt. Was stimmt denn nun? Benimm-Expertin Nandine Meyden rät davon ab, den Tischnachbarn „Guten Appetit“ zu wünschen: „Schließlich sollte der Appetit nicht der Grund sein, warum man bei Tisch zusammenkommt, sondern der Wunsch nach Gemeinsamkeit, auch bei einem Geschäftsessen.“
Und so eröffnen Sie das gemeinsame Mahl korrekt, wenn Sie der Gastgeber sind: Geben Sie Ihren Gästen ein Zeichen, dass das Essen beginnen kann. „Elegant ist die nonverbale Variante: das Besteck aufnehmen, ein Lächeln in die Runde, ein freundliches Nicken – mehr nicht,“ erklärt Etikette-Trainerin Nandine Meyden.
Sie glauben, diese Etikette-Regel sei neu? Ganz und gar nicht. ’Guten Appetit’ sagte man auch im letzten und vorletzten Jahrhundert in gehobenen Kreisen nicht, schon gar nicht bei offiziellen Essen oder Banketten,“ weiß Nandine Meyden.
Eine Ausnahme sind hier Kellner und Köche. Schließlich ist deren Hauptanliegen ja, dass ihre Gäste tatsächlich einen „Guten Appetit“ haben.
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