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Was ist ein Garagenwein?

 

Bei der Bezeichnung „Garagenwein" könnte man meinen, es handle sich um ein billiges, womöglich illegales Gesöff, das von ein paar Mechanikern in einer verölten Halle angesetzt wird. Ist dem wirklich so? Der Berater hat recherchiert.

Seit den 90ern kursiert der Ausdruck „Garagenwein" unter Weinfreaks. Nicht Eingeweihte vermuten da ein eher grauenhaftes Gebräu, angereichert mit Schmieröl, von dem man möglicherweise blind werden kann. Das Gegenteil ist der Fall: Garagenweine sind Kult. Und Liebhaber zahlen auf Auktionen sogar bis zu 1000 Euro pro Flasche. Denn in Wahrheit handelt es sich bei einem Garagenwein um einen Tropfen, der in Kleinstauflage mit handwerklich hohem Aufwand produziert wird.

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Flott geschweißt und sauber geflext: Macht man so einen Garagenwein?

Hobbywinzer schufen die ersten Garagenweine

Die ersten Garagenweine kamen wahrscheinlich aus den USA: Als in den 70er Jahren das kalifornische Napa Valley sich zur Vorzeigeregion in Sachen Wein mauserte, begannen zuerst vinophile Zahnärzte, Rechtsanwälte oder Prominente damit, sich als Hobbywinzer zu betätigen: Auf Kleinstanbauflächen bauten sie ihre eigenen Reben an, ernteten und vinifizierten mit einer Akribie, die unter normalen Winzern bislang gar nicht üblich war. Das Ergebnis: Edle, einzigartige Tropfen, die die Macher selbst mit ihren Freunden nur zu großen Anlässen tranken. Doch der hohe Qualitätsanspruch sprach sich herum – man konnte diese Garagenweine sogar sehr gut verkaufen. Dann zogen die Profis nach: Neben ihrem üblichen Geschäft zogen sie besondere Reben, selektierten streng und produzierten mit dem Einsatz neuer Barriquefässer ein Extra-Produkt – einen Garagenwein.

Garagenwein: eine tolle Marketingidee

Und wie das so ist mit guten Ideen: Einer macht es vor, alle anderen machen es nach. Inzwischen kultivieren auch schon französische Güter Tropfen, die sie dann mehr oder weniger inoffiziell als Garagenwein an den Handel weiterreichen. Dahinter steckt letztlich ein schlaues Marketing, das auf den Vorteil einer schweren Verfügbarkeit und eines Kultfaktors aufbaut. Und so ist der Garagenwein letztlich wieder im Mainstream angekommen.

Garagenwein hat nichts mit kelternden Mechanikern zu tun

Was den Namen betrifft: Es ist wohl noch nie in einer Garage ernsthaft ein Wein produziert worden. Jedenfalls keiner, der nennenswerte Qualität auswies. Die Bezeichnung Garagenwein rührt eher von der Idee des Kleinstunternehmens her, das in einer Garage seinen Start erlebte – etwa wie bei Apple oder Microsoft. Es gibt auch noch eine andere Theorie, woher der Garagenwein seinen Namen hat: Dass der Ertrag so klein ist, dass er in eine Garage passt. Doch mittlerweile müssen das schon sehr große Garagen sein...

Klaus Mergel
 

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