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Spaßbremse Tannin: Warum nicht jeder Rotwein gleich verträglich ist

 

Wer nach Rotwein mit Hitzewallungen, starkem Durst, Kopfschmerzen oder innerer Unruhe zu kämpfen hat, verträgt womöglich keine tanninreichen Weine. Der Berater klärt auf, bei welchen Weinen Sie auch dann fest schlummern, wenn Sie etwas tiefer ins Glas geschaut haben.

Dass Weißweine eher beleben und Rotweine schläfrig machen, ist seit jeher bekannt. Wenn Sie aber auch nach ein, zwei Gläsern Rotwein kaum Schlaf finden oder immer wieder erwachen, sollten Sie der Nachtruhe zuliebe auf den Tanningehalt im Wein achten.

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Böse Tannine: Wegen ihnen können manche nicht schlafen

Was ist Tannin?

Tannine sind Gerbstoffe und kommen vor allem in den Kernen und der Schale der Trauben vor. Sie gehören zur Gruppe der Phenole, welche bei manchen Menschen Kopfschmerzen, Schwindel oder Schlaflosigkeit auslösen. Der Tanningehalt hängt weniger von der Traubensorte, sondern vielmehr von der Vinifikation und der anschließenden Lagerung ab, erklärt Kim Stöckhert, Sommelière im Münchner Luxushotel Vier Jahreszeiten. Weine, die in Eichenfässern reifen, nehmen zusätzlich die Gerbstoffe vom Holz mit auf. Deshalb: Ungeniert nachfragen, wie der Wein gelagert wurde. Viele Winzer lagern den Wein heute auch in Stahltanks, was sich übrigens nicht auf die Qualität auswirkt.

Junge Jahrgänge eher meiden

Laut Kim Stöckhert sind beispielsweise junge Bordeaux-Weine tanninreich. Wenn es das Budget zulässt, besser in einen reiferen Jahrgang (ab 15 Jahren) investieren. „Das Tannin nimmt mit den Jahren ab und macht dem Aromenspiel der Weintraube Platz“, erklärt Stöckhert. Auch spanische Weine sind oftmals kräftig und tanninreich. Deshalb gilt auch hier: Bei Rioja und Co. auf junge Jahrgänge verzichten. „Generell gut verträglich sind leichte Weine wie beispielsweise der Spätburgunder“, klärt die Weinexpertin auf.

Wie bemerke ich die Tannine?

Tanninreiche Weine entziehen dem Mund Feuchtigkeit und hinterlassen oft ein trockenes Gefühl im Mund. Wer kein versalzenes Essen vor sich hat und doch überdurchschnittlich oft zum Wasserglas greifen muss, kann somit auf einen tanninreichen Wein schließen. Um auf Nummer sicher zu gehen, empfiehlt sich, die Beratung des Fachmannes in Anspruch nehmen. Der Tanningehalt kann zwar nicht in Prozenten angegeben, aber mit „samtig-weich“ oder „kernig-präsent“ umschrieben werden. Denn es soll ja so sein, wie Johann Wolfgang von Goethe einst meinte: „Der Wein erfreut des Menschen Herz, und die Freudigkeit ist die Mutter aller Tugenden“. In diesem Sinne: Prost!

Denise Muchenberger
 

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