| Mehr
Suche
Ihre Frage an den Berater
Geben Sie hier Ihre Frage an den Berater ein. Leider können wir nicht alle Anfragen veröffentlichen

Anzeige

Just4Men Teaser
Der Berater auf  Twitter
Folge Sie uns auf Twitter




Weitere Fragen
Ja, seit 1776 wird in Norwegen dieser bekömmliche Kümmelschnaps gebrannt. Als 1950 der Schoner "Gymer" von...
Bei diesem Wodka handelt es sich um eine Spezialität des ehemaligen "Hoflieferanten Seiner Majestät des Kaisers...
Die Einheimischen mixen ihr „brennendes Wasser“ mit Sprite. Oder sie genießen ihn tatsächlich pur, beißen aber...

Ist Likör was für Männer?

 

Wer Sorgen hat, hat auch Likör, lehrte uns Wilhelm Busch. Nun: Sorgen hat ja jeder Mann, große wie kleine. Aber beim Stichwort Likör fällt uns die süße Pampe ein, die sich die Oma an Feiertagen genehmigt. Trinken aber Männer wirklich keinen Likör?

Die Likörtrinkerei blickt auf eine sehr lange Geschichte zurück, auf die sich Wilhelm Busch, Mann des 19. Jahrhunderts, bezieht. Zu seinen Lebzeiten galt ein Likör weniger als eine Nascherei, sondern als gesundheitsförderndes Elixier, das man eben zu besonderen Anlässen zu sich nahm – Schnaps dagegen galt zu seiner Zeit eher als unchristlicher Betrunkenmacher. Die ersten, die Liköre herstellten, waren Mönche: Die Wirkung von Heilkräutern haben sie durch das Einlegen in Alkohol schon im Mittelalter konserviert. Und schon im 16 Jahrhundert waren Liköre in Adelskreisen das ganz große Ding, das kein Mann von Welt zurückgewiesen hätte. Zum besseren Verständnis: Anders als beim Schnaps wird beim Likör nicht die Frucht- oder Krautbasis destilliert, sondern selbige mit reinem Alkohol angesetzt – der Alkoholgehalt ist meist nur halb so groß.

likoer.jpg
Süß und pappig: Das ist das Vorurteil vieler Männer gegen Likör

Liköre galten mal als etwas Besonderes – auich für Männer

Doch zurück zu Omas Tröpfchen: In den 1960er und 1970er Jahren erlebten Liköre noch einen Aufschwung. Je süßer, desto besser (so waren übrigens auch die Weine dieser Zeit). Doch inzwischen hat sich der Geschmack geändert: Herb soll ein Getränk sein. Außerdem haben sich die Ansprüche gesteigert: Man trinkt nicht etwa Branntwein, man trinkt Cognac. Und auch die Anlässe: Getrunken wird, wenn man Lust hat – und mit dem Sonntagsbraten verschwand der Likör von der Bildfläche.

Auch Kultgetränk Jägermeister ist ein Likör, liebe Männer!

Ach, und deswegen trinken Männer keinen Likör mehr?, möchte man da folgern. Falsch. Männer trinken sehr wohl Likör! Sie merken es nur nicht. Der Bitter- oder Kräuterlikör etwa: Beim Besuch beim Italiener geht uns der Wunsch nach dem Ramazzotti genz leicht von den Lippen. Oder Fernet-Branca, neuerdings auch Borgmann halten wir für ein durchaus zeitgemäßes Tröpfchen. Alles Liköre, wie sie einst die Mönche brauten. Auf der Baustelle nach dem etwas zu schweren Schnitzel? Ein Kuemmerling oder ein Underberg. Auf der Party zum Anstoßen? Kultgetränk Jägermeister - den viele Jungs so gut finden, dass sie sein Hirschlogo sogar auf dem Auto spazieren fahren.

Im Cocktail trinken Männer durchaus Likör

Noch liköriger greifen Männe bei Cocktails zu: Angustura? Darf in keinem "Manhattan" fehlen. Wenn wir "The Big Lebowski" angucken", muss ein "White Russian" auf den Tisch. Hauptbestandteil: Kahlúa, ein Kaffeelikör aus Mexico. Bei den Whiskydrinks wird es dann noch gemeiner, weil Liköre wie Southern Comfort oder Drambuie in unserer Wahrnehmung überhaupt keine Liköre sind. Aber ein Klassiker wie der "Rusty Nail" wäre ohne letzteren gar nicht möglich. Also müssen wir Männer zugeben: Dann und wann trinken wir doch einen Likör – und genießen ihn auch. Nur an einem nippen wir nur (und das nur aus Höflichkeit): Omas Eierlikör.

Klaus Mergel
 

Kommentare

 Der Berater.de Alles, was Männer wissen müssen