Der Genuss eines Martinis gehört zu den höheren Weihen einer „Barfly“. Denn der herb-bittere Drink ist nichts für Naschkatzen, sondern ein echtes Männergetränk. Nicht zu verwechseln jedoch mit der italienischen Vermouth-Marke „Martini“ – mancher Novize musste da schon Lehrgeld bezahlen.
Für einen Martini braucht man nicht viele Zutaten: In einem Rührglas mit reichlich Eiswürfeln - 8 cl Gin - 2 cl Vermouth dry verrühren, bis das Glas von außen beschlagen ist. Mit einer Olive garnieren.
Jeder Kinogänger weiß, wie der berühmteste Geheimagent seiner Majestät, James Bond, seinen Martini bestellt. Und zwar mit den Worten: „geschüttelt, nicht gerührt“. Profi-Bartender protestieren an diesem Punkt, denn zwei klare Spirituosen – Gin und Vermouth – rührt man grundsätzlich. Zudem trübt dies den Drink unschön. Diese Vorliebe scheint also eher ein stilistischer Einfall von 007-Autor Ian Fleming gewesen zu sein als Sachkenntnis. Inzwischen hat man sich wegen dieses Irrtums von Fleming in den jüngsten Filmen davon verabschiedet. So wird der Geheimagent (gespielt von Daniel Craig) in „Casino Royale“ gefragt: „Geschüttelt oder gerührt?“ Bonds selbstironische Gegenfrage: „Sehe ich aus, als ob mich das interessiert?“
Biochemiker der Universität of Western Ontario haben jedoch geschüttelten und gerührten Martini untersucht und festgestellt: Geschüttelt ist gesünder. Denn diese Variante enthält deutlich mehr Antioxidantien, die Stoffe, die unsere Gesundheit etwa vor Krebs schützen. Vielleicht also ist dies der Grund für James Bonds Unbesiegbarkeit: der gelegentliche Griff zu einem geschüttelten Martini.
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