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Wie mixt man einen Mai Tai und wer hat ihn erfunden?

 

Britische Seeleute tranken den Mai Tai, um Skorbut vorzubeugen. Und noch heute ist der legendäre Rum-Cocktail aufgrund seines ordentlichen Alkoholgehalts nichts für Weicheier. Aber wie mixt man den Mai Tai korrekt? Und welchen Legenden um seine Entstehung kann man Glauben schenken?

Der Mai Tai gehört zur Gattung der Punches: Diese haben mit unserem heißen Punsch wenig zu tun. Ein Punch ist ein tropischer Drink mit viel Obst, der Name kommt von dem Sanskritwort panch für „fünf“: Die britischen Seeleute mischten die fünf Zutaten Arrak, Zitrone, Zucker, Wasser und Tee als gehaltvoll-gesundes Mittel gegen Skorbut. Mit den Rumimporten von den Kronkolonien wurden Punches bereits im 17. Jahrhundert in England populär. Der Mai Tai dagegen stammt aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

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Der Mai Tai: Nichts für kleine Jungs

Das Originalrezept

Der Mai Tai ist sicherlich ein besonderer Punch: fruchtig, säuerlich-süß und höllisch alkoholisch. Und das kommt rein:

  • - 5 cl brauner Rum
  • - 3cl weißer Rum
  • - Saft aus einer Limette
  • - 0,75 cl Orgeat (Mandelsirup mit Orangenblütenwasser)
  • - 0,75 cl Zuckerrohrsirup
Alle Zutaten mit Eiswürfeln in einem Shaker kräftig schütteln und in ein Tropical-Glas mit zerstoßenem Eis abseihen, mit Minzblatt und Ananasscheibe ganieren. Es gibt zahlreiche Varianten des Mai Tai, etwa mit Grapefruit und Curacao. Auch beim Rumanteil sowie der Rumsorte gibt es unterschiedliche Angaben. Ebenso gibt es einige Entstehungsgeschichten. Die Urheberschaft beanspruchte der legendäre Bartender Victor Bergeron, genannt Trader Vic. Angeblich soll er, so seine Darstellung, das Getränk zum ersten Mal 1944 in San Francisco zwei Freunden aus Tahiti vorgesetzt haben, die es mit den Worten „Mai Tai Roa Ae“ („Nicht von dieser Welt, das Beste“) kommentiert haben.

Alle wollen den Mai Tai erfunden haben

Unter anderem behauptete aber auch Don the Beachcomber (oder auch Donn Beach), ein legendärer US-Barbetreiber und Schöpfer des „Zombie“-Cocktails, das Rezept erdacht zu haben: Der Erfinder der Tiki-Barkultur des Pazifik soll ihn unter dem Namen „Mai Tai Swizzle“ verkauft haben. Die Betreiber der Bar des Royal Hawaiian Hotel in Waikiki – die übrigens heute „Mai Tai Bar“ heißt – sind sogar der Meinung, den Mai Tai in ihrem Hause bereits in den 1920er Jahren angeboten zu haben.

Trader Vic gilt heute als offizieller Schöpfer

Zumindest konnte sich Trader Vic mit Beachcomber außergerichtlich einigen. Er nahm 1972 das Mai Tai-Rezept in seine Cocktail-Bibel „Bartender’s Guide“ auf. In diesem schrieb er: „Wer auch immer behauptet, ich hätte den Mai Tai nicht erfunden, ist ein schmutziger Stinker.“

Klaus Mergel
 

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