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Trinkt man heute noch Kir royal? Oder wieder?

 

In den 80er-Jahren war Kir royal der Renner: Wer im Trend liegen und zur Schickeria gehören wollte, schlürfte das burgunderfarbene Getränk bei jeder Gelegenheit. In den 90ern ebbte die Begeisterung für das Szenegetränk stark ab. Blamiert man sich, wenn man heute einen Kir royal bestellt? Der Berater weiß es.

Natürlich musste in den 90ern mit den Trends der 80er aufgeräumt werden. Doch angesichts dessen, dass die Musik der Neuen Deutschen Welle sowie New Wave-Hits wieder im Radio laufen und manches Modeelement aus dem Jahrzehnt wieder getragen wird: Kir royal hat keine schlechten Chancen, wieder zum In-Getränk zu werden. Denn: Der Zenit von Aperol Sprizz als Kultgetränk ist längst überschritten, und Sekt mit Holundersirup ist nun mal nicht jedermanns Sache.

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Kir royal: eine Ikone der 80er-Jahre

Für Eckart Witzigmann ist Kir royal ein zeitloses Getränk

Prominenter Fürsprecher Kir royal ist etwa Starkoch Eckart Witzigmann, der sich in der „Bunten" zur Liebe zu dem Mischgetränk bekannte. Hinzukommt, dass auch die gleichnamige Mediensatire, mit der Regisseur Helmut Dietl dem legendären Münchner Society-Reporter Michael Gräter ein Denkmal setzte, mit „Zettl" (in der Hauptrolle: Bully Herwig) im Februar 2012 eine Fortsetzung erfährt. Kurzum: Alles, was gut ist, kommt irgendwann wieder! Daher sollte man, wenn man Lust auf ein Prickelgetränk mit Johannisbeergeschmack verspürt, keine Hemmungen haben, einen Kir royal zu bestellen: besser Avantgarde als Mitläufer.

Ein Bürgermeister gab dem Kir royal den Namen

Doch was genau ist Kir royal eigentlich? Sehr einfach: Man gießt ein Teil Crème de Cassis (Johannisbeerlikör) in eine Sektflöte und füllt es mit neun Teilen Champagner auf – fertig! Wer es lieber ein wenig süßer möchte, verändert das Mischungsverhältnis dementsprechend. Namensgeber war übrigens Félix Kir, einst Bürgermeister von Dijon. In seiner Region war Blanc-Cassis (mit Weißwein statt Champagner) ein beliebter Durstlöscher im Sommer – Herr Kir machte es zum offiziellen Getränk bei Empfängen in seinem Rathaus. Durch den Champagner wurde aus dem ländlichen Mischgetränk ein königlicher Aperitif: der Kir royal.

Klaus Mergel
 

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