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Kultgetränk Bowle: So wird sie gemacht

 

In den 50er-, 60er- und 70er-Jahren war sie das Partygetränk schlechthin: die Bowle. Durch die Retrobegeisterung hat es der Klassiker auch ins neue Jahrtausend geschafft. Doch wie macht man eine anständige Bowle? Der Berater weiß es.

Die Mönche im ausgehenden Mittelalter wussten schon was gut ist: Wein, Rosenblüten, Fichtennadeln und Honig gemixt – fertig ist eine spritzige Bowle. Festgehalten wurde das Rezept in einer 1417 verfassten Handschrift, die heute in der Klosterbibliothek Fulda liegt. Wenn Ihnen Fichtennadeln in ihrem Glas nun aber jetzt dann doch ein wenig altmodisch anmuten, brauchen Sie keine Angst haben - auch die Bowle hat sich weiterentwickelt.

Bowle.jpg
Wieder aktuell: Bowle

Kultgetränk Bowle: Das ist drin

Grundsätzlich gilt: Bei den Zutaten sind der Phantasie kaum Grenzen gesetzt. Die Basis einer guten Bowle bilden aber immer (Weiß-)Wein und Sekt. Dazu gesellen sich Spirituosen wie Rum oder Wodka und - ganz wichtig: Früchte. Neben Ananas, Erdbeeren und Melonen haben sich dabei Pfirsiche oder Orangen bewährt. Das Ganze servieren Sie stilecht in einem großen Glasgefäß mit breiter Öffnung. Wichtig dabei ist allgemein, dass der Sekt erst kurz vor dem Servieren hinzugefügt wird - so prickelt die Bowle möglichst lange auf der Zunge. Kühlen sollten Sie Ihre Kreation übrigens nicht mit einfachen Eiswürfeln, sondern mit einem speziellen Bowle-Ei oder anderen Spezialgefäßen. Dadurch wird die Bowle nicht durch die schmelzenden Eiswürfel verwässert und bleibt lange kühl.

Kultgetränk Bowle: Nichts ist unmöglich

Ausgefallene Bowle-Varianten gibt es wie Sand am Meer. Und auch der klassische Sangria ist eigentlich nichts anderes als Bowle - nur eben mit Rotwein, Limonade, Rum und Früchten. Doch auch ohne Früchte kann ein besonderes Geschmackserlebnis entstehen - dies beweist die Maibowle. Denn in eine echte Maibowle kommt neben Sekt und Weißwein nur viel frischer Waldmeister, der dem Mix neben seiner grünen Farbe durch seinen Inhaltsstoff Cumarin noch einen extra Wumms gibt. Und auch hier waren die Mönche Vorreiter. Bereits im Jahre 854 erwähnte der Benediktiner Wandalbertus von Prüm die Waldmeisterbowle als medizinisches Getränk zur Stärkung von Herz und Leber (!). Wohl bekomm's!

Julian Traut
 

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