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So schäumt das Glas nicht über: ein Crashkurs im Einschenken von Weizenbier

 

Beim Einschenken von Weizenbier zeigt sich, wer mit Recht am Ausschank steht – und wer seinen Platz besser räumen sollte. Der Berater weist Sie in die Kunst des Einschenkens ohne Überschäumen ein.

Nur weil Ihnen beim Eingießen des Mineralwassers keiner das Wasser reichen kann, ist das kein Grund, überheblich zu werden. Und auch wenn Ihre Performance beim Servieren der Cola schon ganz passabel ist, bedeutet das nicht, dass Sie auch beim Einschenken von Weizenbier den Dreh raus haben. Denn anders als bei anderen Getränken reicht es dem Weizenbier nicht, einfach nur irgendwie in den Stumpen gegossen zu werden.

Weißbiereinschenken.jpg
Weizenbiereinschenken: der richtige Dreh für die perfekte Krone

1. Regel: Das Glas gründlich ausspülen

Und vor allem möchte es nicht in irgendein Glas gegossen werden. Sauber muss es sein. Und nicht so ein Pi-mal-Daumen-für-den-besten-Kumpel-reicht’s-schon-sauber. Sondern so geschleckt, dass man mit einer Scherbe davon notfalls auch eine provisorische Lebertransplantation vornehmen könnte. Sonst bildet sich keine ordentliche Schaumkrone, da Reste vom Spülmittel oder Fettflecken dies verhindern würden. Vor dem Weizenbiereinschenken legt Sybille Berger vom Erdinger Weißbräu daher jedem ans Weizenbierherz: „Das Glas gründlich ausspülen!“

2. Regel: Das Glas schräg halten

Ist das Glas so sauber, dass man es auch Mutti anbieten könnte, geht es ans Einschenken. Dabei wird die Flasche kopfüber in das schräggehaltene Bierglas gesteckt. Während der Bierkegel steigt, zieht man die Flasche langsam hoch, so dass der Flaschenkopf immer nur gerade noch so über dem Bierspiegel hinausschaut. Wichtig dabei ist, das Glas erst schräg zu halten und dann langsam beim Eingießen aufzurichten. „Ansonsten prallt die Kohlensäure zu schnell auf den Glasboden und entbindet sich zu stark“, erklärt Sybille Berger. Die Folge wäre ein überschäumendes Weizenbier. Und wer schon mal einen Schluck Cola aus einer Flasche getrunken hat, die kurz vorher übergelaufen ist, weiss: Den Geschmack verbessert das nicht.

3. Regel: Die Flasche nicht ganz leeren

Wenn nur noch zwei Fingerbreit vom süffigen Hopfen-Nektar in der Flasche sind, wird die Flasche kurz geschüttelt. „Dadurch löst sich die Hefe mit dem verbliebenen Bier vom Flaschenboden. Ohne sie fehlen die typische Hefetrübung und der charakteristische Geschmack“, sagt Sybille Berger. Danach kann dann auch der Rest noch eingeschenkt werden – fertig. Übrigens: Reiskörner beim Weizenbiereinschenken hinzuzugeben, um den Schaum aufzupeppen, sind für Expertin Sybille Berger eine absolute Unsitte, da es das Bier schneller schal werden lässt.

Maximilian Reich
 

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