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Bierschaum – die Blume für Männer

 

Der Bierschaum ist das I-Tüpfelchen jedes perfekt eingegossenen Bieres. Wenn er fehlt, hat der Wirt schlechte Arbeit geleistet. Trotzdem weiß man so gut wie nichts über ihn. Höchste Zeit, der „Blume“ mal etwas mehr Aufmerksamkeit zu schenken

Zum zünftigen Biergartengefühl gehört einfach dazu, dass man einen kräftigen Schluck aus seinem Weißbierglas nimmt und sich danach genüsslich mit den Fingern durch den Schnauzer fährt um den Bierschaum abzuwischen. Oben Schaum, unten Bier. So hat das zu sein.

Bierschaum.jpg
Bierschaum: Der I-Punkt zum süffigen Hochgenuss

Bierschaum sinkt langsam

Für den Bierschaum verantwortlich sind die Zutaten der süffigen Blondine. In ihnen sind Bitter- und Gerbstoffe, Mineralien und Eiweiß enthalten. Schenkt der Wirt nun vernünftig ein, lösen sich Kohlesäurebläschen, die nach oben aufsteigen, wie Achim Nieroda vom Deutschen Brauer Bund erklärt. „An ihnen lagern sich dann die Inhaltsstoffe wie Eiweiß ab und bilden elastische Hüllen um die Bläschen, die sich zu dann einer Schaumkrone verbrüdern.“ Als Bedingung für eine vernünftige Schaumkrone gilt: Der Kohlensäuregehalt sollte bei mindestens 4,5 Gramm liegen und das Malz einen hohen Eiweißgehalt aufweisen. Was im Biergarten allerdings nicht so einfach nachweisbar ist. Die Qualität des Schaums hinterlässt aber auch sichtbare Spuren. Generell heißt es, wenn nach jedem Schluck Schaumspuren am Glasrand zurückbleiben, ist alles in Ordnung. Wenn nicht – Wirt herbeipfeifen und ein neues Bier in einem sauber ausgespülten Glas bestellen. Denn auch Dreck beeinflusst die Schaumbildung. Kleiner Tipp: Wer seine Kumpels mit einer perfekten Schaumkrone beeindrucken möchte, sollte das Glas vorher auf keinem Fall mit einem Spüllappen reinigen. Die Chemikalien daran zerstören die Oberflächenspannung und sind das Todesurteil der herrlichen Blume.

Warum verschwindet der Bierschaum?

Um zu klären, warum der Schaum abnimmt, haben schon mehrere Chemiker und Wissenschaftler besonders genau ins Glas geschaut und erkannt, dass sich die kleineren Blasen zwischen den großen festsetzen und ihre Luft an diese abgeben. Durch die Verdunstung wird deren Haut immer dünner, bis sie irgendwann aufplatzen.

Bierschaum besteht aus Eiweiß

Bleibt zum Schluss nur noch eine Frage offen: Warum ist die Krone eigentlich weiß? Das liegt zum einen an den im Bier enthaltenen Farbstoffen, vor allem aber am Eiweiß, aus dem die Schaumbläschen zum Großteil bestehen.

Maximilian Reich
 

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