Für die eigene Gesundheit ist es so ziemlich das Dümmste, was man machen kann: Aber ab und zu, wenn die Stimmung so richtig am Boden ist, dann greift man eben doch mal zum Glas – oder gleich zur Flasche. Doch Drink ist nicht gleich Drink – und die Alkoholwirkung nicht immer die gleiche. Für Geist und Leber macht es einen beträchtlichen Unterschied, was Sie trinken und wie Sie es runterspülen.
Besondere Vorsicht ist bei allem mit Kohlensäure geboten. Bier, Sekt – wenn es sprudelt, knallt’s auch. Dann schlägt die Alkoholwirkung so richtig auf’s Gemüt. Denn: „Ein Viertel des Alkohols nehmen wir über die Magenschleimhaut auf“, verrät Jürgen Brater in seinem Buch „Lexikon der rätselhaften Körpervorgänge“ (Piper Verlag). Diese wiederum wird durch Kohlensäure stärker durchblutet und transportiert den Alkohol damit schneller ins Blut.
Wer nichts anderes als Bier seine Kehle runterjagt, der kann diesen Punkt überspringen. Für ihn spielt Nachfolgendes ohnehin keine Rolle. Zu groß wäre das Stil-Vergehen am deutschen Bierkonsum. Doch wer zum Beispiel – Gott bewahre – Aperol Spritz als sein neues Liebling-Getränk auserkoren hat, der sollte zumindest darauf verzichten, diesen mit einem Strohhalm zu trinken. Denn der Strohhalm verstärkt die Alkoholwirkung von jedem Spiritus. Dadurch, dass man durch ihn statt weniger großer Schlücke viele kleine trinkt, werden sie von der Mundschleimhaut besser aufgenommen und sofort ins Blut weitergeleitet.
Übrigens: Dass die Alkoholwirkung bei Frauen heftiger ist, als bei Männern, ist ein Gerücht. Teilweise jedenfalls. Klar, wenn Sie mit 110 Kilo Kampfgewicht versuchen, eine elfengleiche 50-Kilo-Dame unter den Tisch zu trinken, wird die Elfe sicher zuerst kotzend unterm Barhocker die Segel streichen. Bei gleicher Statur ist das Kräftemessen aber durchaus ausgeglichen. Zumindest bei niedrigprozentigem Alkohol wie Bier. Erst bei Alkoholika über zehn Prozent machen Frauen schneller schlapp, schreibt Brater. Zum Einen, weil „das Enzym „Alkohol-Dehydrogenase“ für den Alkoholabbau zuständig ist und dieses bei Männern fleißiger arbeitet als bei Frauen, wenn hochprozentiges im Glas war“, und zum Zweiten, weil das weibliche Geschlecht mit mehr Fettgewebe gestraft ist – Alkohol sich aber besser in Wasser auflöst, wie Brater in seinem Buch erklärt. Als Faustregel gibt er an: Pro zehn Kilo Körpergewicht baut der Körper etwa ein Gramm Alkohol in der Stunde ab.
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