Es scheint unzählige Kaffeesorten zu geben – wo bleibt da der Überblick? Dabei ist es gar nicht so schwer: Man kann Kaffeekultur nämlich in eine Wiener und eine Mailänder Schule einteilen. Und es gibt noch einige andere Spezialitäten – etwa aus der Türkei oder Sizilien. Aber der Reihe nach: Der Wiener trinkt seinen Kaffee gern als "Kleinen Schwarzen", was nichts anderes ist als ein Espresso. Davon zwei in einer Tasse ("Caffè Dopio") heißen folgerichtig "Großer Schwarzer". Auch sehr beliebt in Wien: der "Mokka". Dieser ist eigentlich eine ursprünglich türkische Zubereitung, bei der das Kaffeepulver direkt im Wasser aufgekocht wird.
Der "Kleine Braune" wiederum ist ein Espresso mit Milch – was der Italiener unter dem Namen "Espresso Macciato" trinkt. Letzeres heißt dann in Wien auch gerne mal "Kleine Schale Gold". Manche Österreicher geben allerdings Sahne statt Milch in den Kaffee – besser nachfragen vor dem Bestellen. Der "Große Braune" ist folgerichtig ein doppelter Espresso mit Milch. Das nennt der Italiener, klar, Cappuchino. Als verlängerte Version im Glas heißt das Getränk dann "Latte Macciato", also "gefleckte Milch". Was der Wiener wiederum als "Melange" kennt, der Franzose als Café creme" – und in der Sahneversion als "Separée" oder "Demi Créme". Diese wiederum heißt in Wien "Franziskaner".
Eine weitere Wiener Spezialität: die "Schale Nuss". Dabei wird der Espresso in hochkonzentrierter Form – in Italien unter dem Namen "Ristretto" bekannt – mit etwas Sahne genossen. Der "Kaffee Verkehrt" wiederum ist ein sehr leichter Kaffee: wenig Espresso, viel Milch. In Deutschland heißt dies schlicht "Milchkaffee", in Frankreich "Café au Lait". Der spanische "Cafe con Leche" und der portugiesische Cafe con Leite" dagegen entsprechen in ihrer Stärke eher dem Capucchino. Wenn der Wiener im Café einen "Verlängerten" bestellt, bekommt er ein mittelgroßes, schwarzes Getränk: ein Espresso mit der doppelten Menge Wasser – was in der italienischen Cafébar als "Caffè lungo" über den Tresen geht.
Eher selten bekommt man den "Konsul", der in Wien mit kaltem Wasser gestreckt wird. Für Spezialisten: der "Obermayer". Dabei träufelt man flüssige, kalte Schlagsahne (Schlagobers) in einem Mokka. Ein "Einspänner" dagegen entspricht fast dem Latte Macciato – nur, dass statt der geschäumten Milch Schlagsahne und Puderzucker zum Espresso ins Glas kommt. Und sonst? Die Griechen tragen zur Kaffeekultur mit ihrem "Frappé" bei: ein Kaltgetränk aus Instantkaffee, Zucker und Eiswürfeln, das gemixt im Glas genossen wird. Wir Deutschen haben leider nur eine Kaffeesorte zu bieten: den guten alten Filterkaffee...
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